Mich erkennen – (m)eine Geschichte

Hallo,

wenn ich zurück denke, dann gab es da Momente, in denen ich verzweifelt und traurig auf meinem Bett lag. Ich fühlte mich allein und irgendwie wusste ich Nichts so richtig mit mir anzufangen. Die Dinge, die mir früher mal Spaß gemacht hatten, die bedeuteten mir nicht mehr so viel und irgendwie war einfach alles mega unschön. Gefühlt waren meine Freunde draußen in der Welt, hatten Spaß, lachten und lebten. Aber ich fühlte mich nicht mehr dazugehörig, für mich interessierte sich Niemand mehr so richtig. Das sagten mir zumindest meine Gedanken. Wenn ich mit ihnen zusammen war, wollte ich irgendwie über die Dinge sprechen, die mich bewegten und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ich würde sie damit nur belasten… deswegen zog ich mich lieber zurück, um vielleicht auch selbst nicht darüber zu sprechen. Stattdessen versuchte ich mich selbst so gut es ging abzulenken, für die Arbeit oder Uni gab es eh immer etwas zu tun oder auch so, gibt es immer Aufgaben oder Beschäftigungen

… um in Wirklichkeit, nicht über mich selbst nachdenken zu müssen.

Ich, wie ich dort jetzt so betrachtet liege und mich so hundeelend fühle, ich würde mich heute erst einmal ganz lieb in den Arm nehmen und sagen, es ist okay, komm ich nehm dich an die Hand und wir gehen da gemeinsam raus, zurück ins Leben! Denn es fühlte sich damals so unglaublich scheiße an und das allein durchstehen?! Neeeee, niemals…

Und ja, genau so fühlte ich mich. Ich lag dort und fühlte mich einfach so allein, verlassen und traurig. Irgendwie wollte ich zwar, aber irgendwie konnte ich nicht…

… und schon gar nicht, wusste ich, wie genau ich irgendetwas verändern sollte.

Falls du dich in meinen Worten wiederfindest, dann fühl auch du dich lieb in den Arm genommen. Vielleicht kennst du auch einen Teil dieser Gefühle und Gedanken. Egal, wie du dich gerade fühlst, wie es dir geht, es ist okay und es gibt einen Weg da raus, rein ins Leben!

Also natürlich nur, wenn du willst, ne?!

Ich möchte folgende Gedanken gern mit dir teilen.

Es war einmal ein kleiner Funken Leben, irgendwo dort draußen im Universum.

Er schwirrte durch die Galaxien, huschte vorbei an Planeten und Sonnensystemen und genoss es, frei und lebendig zu sein. Eines Tages kam sein großer Tag: Es geht auf die Erde ins Leben, in einen Körper und dort wirst du weiterhin leben und lebendig sein können, wurde ihm gesagt. Der große Tag kam also, es war auch deiner, denn dieser Tag, war der Tag deiner Geburt:

Alles Gute zum Geburtstag!

Du erblicktest das Licht der Welt. In einem Raum voller Menschen, grellem Licht und Kälte… da lagst du so, schriest um dein Leben und befandest dich nun auf der Welt in deinem Körper. Noch warst du nicht so ganz da; denn deinen Körper zu spüren und dich selbst zu versorgen, das musstest du erst noch lernen. Die ersten Jahre warst du also auf dein Umfeld, auf deine Eltern angewiesen. Sie gaben dir Essen, Trinken, Liebe und legten dich Schlafen. Sie kümmerten sich um dich, wenn du geschrien hast. Das Schreien interpretierten sie auf ihre eigene Art: manchmal bekamst du Nahrung, manchmal eine Umarmung oder frische Windeln. Du wurdest umsorgt und gepflegt. So, wie es deine Eltern und das Umfeld eben deuten konnte, was du gerade brauchtest.

Deine Eltern waren auch nur Menschen, die auf die gleiche Art und Weise das Licht der Welt erblickt hatten. Auch sie wurden von ihren Eltern und ihrem Umfeld großgezogen, genährt und geliebt, so gut es eben ging. Und auch die Menschen in deinem Umfeld, die, denen du täglich auf der Straße begegnest, mit denen du zur Schule gegangen bist und alle deine Freunde und Bekannte; alle sie erblickten irgendwann einmal auf gleiche Art und Weise das Licht der Welt. Schon faszinierend. Findest du nicht auch? Und jeder dieser menschlichen Wesen, wurde in einen ganz eigenen Körper geboren. Jeder dieser Körper sieht anders aus. Und in jedem dieser Körper wohnt ein anderer Mensch!

Wir wurden also geboren…

…umsorgt, genährt und irgendwann konnten wir Laufen. Endlich konnten wir die Welt auf eigene Faust erkunden. Einen Schritt vor den Anderen stapften wir voller Eifer und Neugier von Tag zu Tag durch die Gegend und entdeckten neue Sachen: erstmal schauen, was hier überhaupt so los ist. Manchmal fielen wir hin, da konnten wir gleich die Chance nutzen, um zu schauen, was hier unten überhaupt los ist. Und wenn das gereicht hat, stellten wir uns wieder hin, und erkundeten die Welt weiter.

Wir machten es einfach…

So vergingen viele Jahre. Die Meisten von uns gingen in den Kindergarten, kamen in die Schule und trafen Freunde. Im Laufe des Lebens geht jeder seinen Weg weiter: für die Einen geht es in die Ausbildung, Andere studierten und wieder Andere bekamen vielleicht schon Kinder. … wie auch immer das Leben verlief, wo auch immer du lang liefst:

… weißt du, wer immer bei dir war?

An irgendeinem Punkt in unserem Leben werden wir klein gemacht, nicht böse gemeint oder beabsichtigt: Uns werden einfach Dinge von den Erwachsenen verboten, die wir nicht machen sollen; wir sollen leise sein, unsere Hausaufgaben machen, schneller laufen, das nicht in die Hand nehmen und so weiter… in der Schule dann vergleichen wir uns mit Anderen, der Eine ist besser, der Andere schlechter; einer hatte gute Noten in der Arbeit und wir vielleicht wieder nur die Schlechten.

Egal, wie es war: Diese Erfahrungen und Gedanken prägen unser Bild, welches wir selbst von uns haben.

Irgendwann fangen wir dann sogar selbst an, diese Gedanken zu uns zu sagen: Wir seien schlecht, müssen uns endlich mal mehr anstrengen, dick sehen wir wieder aus, wenn wir uns den Anderen anschauen. Viele, viele Sätze kreisen in unseren Köpfen herum und wirken sich auf unser Wohl aus. Werden es zu viele Unwahrheiten, die wir dort über uns glauben, dann fühlen wir uns immer kleiner und unvollkommener. Denn so, wie die Anderen sind, so sind wir nun einmal nicht. Und… so werden wir auch niemals sein. Doof gelaufen, wenn wir es aber doch gern sein wollen, weil wir ja sehen, dass die Anderen viel besser sind. Du beginnst, dich schwächer und allein zu fühlen.

Du merkst, dass du eben nicht so, wie die Anderen bist.

Egal, welche Erfahrung du gemacht hast, und egal, was du dort über dich für Gedanken glaubst und wie du dich fühlst: Jetzt gerade bist du hier! Du sitzt oder liegst dort, auf deinem Stuhl, auf deiner Couch, in der Bahn oder wo du dich auch gerade befindest. Hier, genau hier bist du, jetzt! Und weißt du was? Genau bis hier bist DU gekommen! Du bist hier her gegangen. Seitdem du geboren wurdest, bist du jeden Tag Schritt für Schritt durch dein Leben gestapft. Egal, was du getan hast, egal wie schnell oder langsam du dich dabei gefühlt hast.

Du hast stets einen Begleiter gehabt: Du warst niemals allein!

Jeden Morgen, wenn du die Augen aufgemacht hast, war er bei dir! Und jeden Abend, wenn du dich in dein Bett gelegt hast, ebenfalls. Als du geboren wurdest war er da und wenn du stirbst, wird er immernoch bei dir sein.

Dieser Begleiter, das bist DU!

Du gehst mit dir dein gesamtes Leben. Jeden einzelnen Tag, Schritt für Schritt. Seitdem du geboren wurdest, begleitest du dich jede einzelne Milisekunde; jeden Atemzug teilst du mit dir selbst. Seit deiner Geburt! Weißt du, was das bedeutet? Nein? Ich werde es dir sagen: Seit deiner Geburt hast du jede Entscheidung, alles, was passiert ist, selbst getroffen.

Das glaubst du nicht?

Wenn dir jemand etwas in den Mund gesteckt hast, hast du entschieden, dass du es isst, dass du es nicht einfach wieder ausspuckst! In jedem Moment, in dem du mit Anderen zusammen warst, warst du dennoch mit dir selbst zusammen. Du hast dich entschieden, mit diesen Menschen deine Zeit zu verbringen.

Du stehst jeden Morgen auf, um die Dinge zu tun, für die du dich entscheidest!

Jede einzelne Sekunde, auch genau jetzt in diesem Moment. Du entscheidest dich, diese Zeilen hier zu lesen. Warum? Weil es scheinbar genau das Richtige in diesem Moment für dich ist. … weil du gerade das machst, was in deiner Macht steht. Das, was du dich traust und das, was sich momentan für dich ergibt, mehr geht gerade nicht, mehr muss gerade nicht. Es ist okay, was gerade passiert! Es ist ok, was du machst! Es ist ok, was du gibst!

Und es ist ok, dass du nicht wie die Anderen bist! Das ist vollkommen ok! Das ist sogar richtig, richtig gut!

Und noch was… ja, ich sage es jetzt noch einmal: Seit deiner Geburt bist du bei dir, begleitest dich! Das bedeutet genau genommen: Dass du jeden Tag deines bisherigen Lebens 24h am Tag mit dir zusammen bist. Diese Tage zusammen gerechnet und mit der Zeit, die du mit Anderen verbringst, verglichen, waren das viele Jahre und Jahrzehnte, die DU mit DIR zusammen warst! Jeden einzelnen Tag. Kein Anderer dort draußen kann das von dir behaupten! Niemand dort draußen war das, Niemand dort draußen kennt dich so gut!

Niemand dort draußen hat all das erlebt, was du erlebt hast!

Und Niemand dort draußen ist immer noch bei dir, so wie du es tust!

Du bist bei dir, und das schon dein gesamtes Leben lang!

Niemand dort draußen kann sich mit dir messen, denn Niemand dort draußen bist DU!

Und du kannst dich auch nicht mit den Anderen messen, denn du bist nicht die Anderen! Du bist Du, vollkommen und einzigartig!

Jede Situation dort draußen passiert einfach nur, und du, weil du diese Schritte durch dein gesamtes Leben gemacht hast, siehst die Situation durch deine eigene Lebenbrille, deine Erfahrungen wirken dort rein. Vielleicht hast du gelernt, dass diese Farbe lila ist, ein anderer hat diese als pink kennengelernt und ein Künstler, der schon tausende Farben in seinem Leben gemischt hat, würde sie vielleicht als verschwommenes altrosa bezeichnen. Du siehst alles, was dort draußen in der Welt los ist, auf deine ganz eigene Art und Weise, aufgrund deiner ganz eigenen geballten Erfahrungspower.

Du hattest vielleicht Wegbegleiter und triffst Weggefährten, die einen Teil mit dir gemeinsam zurück legen, ihr habt ähnliche Interessen und doch seht ihr diesen Weg durch euren Erfahrungsschleier, weswegen jede einzelne Situation um so vielschichtiger wird. Weißt du worauf ich hinaus will?

Du bist einzigartig und wundervoll, so wie du bist! Und du kannst dich entscheiden, für alles, was du willst! In jedem Moment!

Hast du dich schonmal aus diesem Blickwinkel betrachtet?

Alles Liebe, Nadin

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Vom Schmerz und inneren Implus

Hallo,

ich habe gerade das Bedürfnis, ein wenig tiefer zu gehen. Vor einer Weile schrieb ich einen Artikel zum Thema Warum wir körperliche Schmerzen brauchen. Darauf will ich noch ein wenig näher eingehen, weil es mich gerade wieder betroffen hat und ich für mich eine Menge daraus ziehen konnte. Jetzt fühle ich mich freier und wieder ein Ticken lebendiger. Wundervoll!

Erst in der letzten Woche habe ich wieder ähnliches erlebt.

Ich fühlte mich angeschlagen, hatte Hals- und Ohrenschmerzen.

Meine erste Reaktion: Wie jetzt? Och nee, ich brauch doch gar keine Krankheit, läuft doch gerade richtig gut. Mittlerweile weiß ich aber auch, okay, da steckt mehr dahinter. Schauen wir also mal hin, was mir Mr. Körper da wieder sagen möchte. Was ist denn das Spannende, was ich daraus lernen kann?

Es war also an der Zeit, mal wieder nach Innen und auf mein Leben zu schauen…

Halsschmerzen. Ich hab soooooon Hals und irgendetwas bringe ich nicht zur Sprache. Et voilá: Ohrenschmerzen, wo ich scheinbar irgendetwas nicht hören will. Das Ganze steht auch für einen verdrängten Konflikt. Dass ich mit Wut und Konfliktsituationen meine Schwierigkeiten habe, war mir nichts Neues. Ich habe genauer hingeschaut:

Wo habe ich denn sonen Hals?

Die Frage war eigentlich schon fast überflüssig.

Seit ca. zwei Monaten war ich nun schon unzufrieden mit meiner Arbeit. Ich merkte, dass ich da nicht mehr reinpasse und dieser Job in meiner Zukunft keine Rolle mehr spielt. Gleichzeitig war ich genervt, wie ich mich behandeln ließ und welche Aufgaben ich erfüllte. Klar, das kann so laufen und ich bin ja da, um zu arbeiten. Anfangs hat es mir auch echt Spaß gemacht, da es ein Gegenstück zu meinem alten Bürojob war. Doch die Anfangsfreude war verpufft. Ich merkte mehr und mehr, dass es einfach nicht mehr passt für mich. Ich und meine Vorstellungen haben sich auch über die Reise hinweg verändert.

Im Gegensatz zu meinem alten Job hatte sich zwar schon Einiges verbessert: Die Message, die das neue Unternehmen vertritt, passte nun auch zu meinen inneren Überzeugungen, sodass ich nicht mehr länger Dinge tat, die mir wertlos erschienen. Der Umstand Zeit gegen Geld zu tauschen, war also anfangs noch ok. Doch ich merkte, immer, wenn ein Lob der Kunden kam, spielte sich Folgendes ab: Hey toll, danke, das freut mich. Aber gleichzeitig kam da auch innerlich: Hmmm.. okay, aber irgendwie ist es nicht ganz mein Werk und mein Schaffen. Ich erfülle und gebe weiter, aber bin eher ausführend und machend, anstatt wirklich mich darin zu sehen.

An diesem Punkt war ich vor einem Monat und dennoch habe ich das einfach so weiter laufen lassen und habe nicht auf diesen inneren Impuls gehört, der mir mitteilen wollte, dass es hier so nicht weiter geht. Ich habe mich einfach nicht getraut. Stattdessen versuchte ich, mir das immer irgendwie gut zu reden. Hallo Ohren- und Halsschmerzen, endlich macht ihr mit mir mal Halt.

Ja, es war also an der Zeit, etwas zu verändern, auf meinen inneren Impuls zu hören. Ich beschloss, mit meinem Chef zu reden und ihm die Situation zu erklären und, dass ich mich in der Zukunft nicht mehr hier sehe. Daraufhin kündigte ich. Klingt super easy, wie ich das hier so schreibe und total selbstverständlich.

Ja, passt nicht mehr, kündige ich eben…

…wenn es nicht mehr passt und es mich eben weiter zieht. Logisch! Aber nein, das war es nicht. Im Gegenteil ich hatte mega Angst mit ihm zu reden und auch, auf meinen inneren Impuls zu hören und ihm zu vertrauen. Gängigerweise versuche ich nämlich, dem aus dem Weg zu gehen. Achtung Gefahr, laaaauf! Damit stehe ich mir allerdings selbst im Weg. Ein Anteil in mir versucht dann auch noch, mich irgendwie schlecht zu machen, so von wegen: Ach mensch, jetzt reiß dich doch mal zusammen. Wir sind doch hier nicht bei Wünsch-dir-was. Manchmal muss man eben auch die Zähne zusammen beißen und das Aushalten und Durchziehen, irgendwann wird es bestimmt besser… Ja, das kenne ich und dann auch noch in jeder Situation den Fehler bei mir suchen und mich immer mehr anpassen und einengen, damit es irgendwie dem Anderen passt.

Jaaa… kann man machen. Ähhhm… aber nee!

Ich kann dich verstehen, lieber innerer Nachgeber und Nörgler und harter Kern, Kämpfer! Aber nein, es gibt da noch andere Wege und Möglichkeiten!

Das Leben darf auch einfach sein. Es darf sich gut anfühlen.

Es darf dir auch gut gehen, du darfst frei sein und du darfst auf deinen inneren Impuls hören. Du musst dich nicht immer fügen und Ja zu allem sagen, was sich innerlich aber eigentlich nicht so gut für dich anfühlt. Das muss nicht sein! Du hast es verdient, glücklich zu sein! Ja, auch du! Und, du darfst weiter gehen, wenn es sich für dich danach anfühlt.

Das Leben muss nicht immer aus Kämpfen und Durchhalten bestehen.

Und vor allem sollte es nicht aus Hoffen bestehen: Hoffen, dass es irgendwann vielleicht besser wird. Durch irgendein Wunderwerk wird sich schon etwas verändern. Irgendwann kommt der Prinz und rettet mich. Schön wärs, aber was ist, wenn er doch nicht kommt?! Wann realisiere ich das dann? Ich glaube, das führt dann nur dazu, dass ich immer mehr abstumpfe… Irgendwann ist die Stimme da drin dann immer leiser. Irgendwann hab ichs geschafft, dann merke ich nicht mehr, wer ich eigentlich bin und was meine Werte und Vorstellungen sind.

Nee, nee, nee. So muss das doch nicht! Lieber innerer Nörgeler und Kämpfer! Ich kann dich verstehen, aber und vielleicht genau deswegen möchte ich lieber leben und lieben.

Frei und glücklich sein. Und fühlen…

… fühlen, wenn etwas nicht mehr passt und mich einengt.

… aus körperlichen Schmerzen und Symptomen wachsen.

Ich habe also den Entschluss gefasst, zu kündigen, auf meinen inneren Impuls zu hören.  Meine Schmerzen waren schlagartig weg. Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Aber das habe ich nun schon einige Male erlebt. Sobald ich den inneren Konflikt dahinter gelöst hatte, hat sich eine fast sofortige Besserung meiner Beschwerden eingestellt. So von wegen:

Aufgabe erledigt, kann weiter gehen. 

Ich finde es deswegen unglaublich spannend, wie Körper und Seele zusammen spielen und sich gegenseitig unterstützen.

Die Angst mit meinem Chef zu sprechen und zu kündigen, war übrigens echt nicht witzig. Aber ich wusste, da muss ich jetzt durch. Ich finde es sehr spannend, dass die Angst unseren Verstand dazu anregt, sich das schlimmste auszumalen und uns so versucht, zurück zu halten. In meinem Kopf liefen die schlimmsten Szenarien ab. Eine Essenz davon war, dass ich garantiert verletzt werde, dass er ausrastet und mich klein macht. Unglaublich spannend. Das zeigt mir, dass da noch ein paar Baustellen offen sind und, dass ich da bei Gelegenheit mal genauer hinschauen kann, woher das eigentlich kommt.

Das Gespräch dauerte übrigens maximal 3 Minuten und es war von vollstem Verständnis und Wohlwollen für beide Seiten geprägt. Sehr interessant, liebe Angst, was du so draus gemacht hast!

Ich fühle mich nun bestärkter und wieder ein Stück weit verbundener mit mir selbst, weil ich merke, ich geh da meinen Weg und schau, wo es mich innerlich hinzieht und führt.

Mich interessiert, ob du schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht hast und was sich bei dir durch einen körperlichen Schmerz schon verändert hat?

Ich freue mich, von dir zu hören!

Alles Liebe,
Nadin

 

Perfektionismus – Was steckt dahinter und welche Chance verpassen wir damit vielleicht?

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Hallo.

Viele kennen es: Am Besten es ist perfekt, hat keine Makel und Schwächen… einfach perfekt und fehlerfrei. Dazu sollte es auch noch Jedem gefallen, sodass man bloß nicht aneckt oder auffällt. Was könnten die Anderen denken?! Was, wenn es nicht gut genug ist?

Ich möchte über Perfektionismus schreiben. Das Thema hat mich selbst viele Jahre begleitet und auch heute kommt es noch vor, dass die Perfektion aufploppt und die Sache regeln will.

Ja, ‚regeln‘ ist in diesem Zusammenhang ein gutes Wort, denn das ist Perfektion in gewisser Weise. Es sind Regeln, die wir uns im Kopf meist eher unbewusst setzen, denen wir im Rausch der Perfektion folgen. Wenn wir sie nicht erfüllt, ist es nicht gut genug. Aufwand und Nutzen und den jeweiligen Wert, den wir dem Ganzen geben, sind dabei häufig ausgeblendet.

Aber warum? Was steckt hinter diesem Perfektionismus?

Ich glaube, er beruht auf der Tatsache, dass wir meist verkopft durch die Welt gehen. Perfektionismus entsteht im Kopf. Es sind Gedanken, die sagen, dass etwas, was du erschaffst, keine Fehler haben darf; keine Ecken und Kanten; Nichts, was irgendwie auffällig und unschön ist. Es muss genau so sein, wie wir uns das ausgemalt haben!

Schwachstellen sind etwas für Versager, für welche, die Nichts können. Stärke und Perfektion ist das, was zählt.

Damit setzen wir die Maßstäbe sehr hoch und verbringen viel Zeit damit, Dinge zu erschaffen, die keine Makel haben. Der Feinschliff dauert mehrere Stunden oder Tage, wobei die letzten Züge meist wenig effizient sind.

Wir wollen nicht als unperfekt und schwach da stehen. Und gleichzeitig wollen wir auf diese Weise nicht auffallen.

Wir haben Angst, nicht perfekt zu sein und eine Schwachstelle zu haben. Wenn etwas nicht perfekt ist, dann bedeutet das, dass wir nicht perfekt sind und, dass wir etwas falsch gemacht haben. Wir haben das Gefühl, einen großen Fehler gemacht zu haben.

Dadurch, dass wir so viel Zeit investierten, nehmen wir es persönlich, wenn Jemand Kritik äußert. Wir fühlen uns im schlimmsten Fall sogar innerlich angegriffen. Und es ist schwer, damit umzugehen. Manchmal verurteilen wir uns dann selbst dafür, dass wir nicht perfekt waren. Dass es nur die Meinung eines Anderen ist, geht dabei häufig unter.

Perfektionisten haben es nicht anders gelernt.

Ihr Perfektionismus ist als hilfreiche Verhaltensweise in ihrem Leben entstanden. Indem sie perfekt sind bzw. die Perfektion anstreben, sind sie auf der sicheren SeiteJe perfekter, desto weniger Kritik, desto weniger Schmerz und Konfrontation mit sich selbst.

Jedes Mal, wenn jemand Anderes eine andere Meinung hat und zum Beispiel Kritik äußert, sind wir mit uns selbst in gewisser Weise konfrontiert. Wir erschaffen etwas und zeigen damit einen Teil von uns. Gefällt es nicht, haben wir das Gefühl, falsch zu sein. Dabei ist es total normal, dass unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Meinungen haben. Und eigentlich ist Kritik wertvoll: Wir können daraus Schlüsse ziehen, um unsere eigene Arbeit zu verbessern und Neues dazu zu lernen.

Aber warum nehmen wir es persönlich?

Es geht dabei um mehr, es liegt tiefer. Also lass uns auf Tief-Gang gehen: Der Perfektionismus ist eine Art Schutz. Er schützt davor, sich selbst zu spüren und anzuecken. Je weniger persönliche Note (Ecken und Kanten, Individualität) drin ist, desto weniger angreifbar machen wir uns. Indem wir regeln verfolgen, die allen irgendwie gefallen, produzieren wir weniger aus dem Herzen heraus.

Der Perfektionismus entsteht im Kopf. Es ist ein Gedankenkonstrukt, was einen wesentlichen Punkt von uns umhüllt und versteckt; ja, schützen will. Indem wir uns so verhalten, verhindern wir zu großen Teilen, uns angreifbar zu machen. Aus Gewohnheit ist es total normal geworden, sich so zu verhalten. Bisher hat es uns gut geschützt und gedient.

Doch warum stecken Perfektionisten so viel Zeit und Energie in etwas, damit es perfekt ist?

Die Ursprünge sehe ich in einer fehlenden oder schwachen Verbindung zu uns selbst. Wenn wir nur im Kopf sind und uns die Verbindung zu dem, was uns ausmacht, was uns wichtig ist; wer wir eigentlich sind, fehlt, dann ist es schwer, mit Kritik oder generell mit der Meinung Anderer umzugehen. Wenn wir nicht wissen, wer wir sind und, dass wir sind, dann fehlt uns auch der Zugang zu unserem inneren Wertungssystem, unserem Selbstwertgefühl.

Indem wir uns selbst fühlen, können wir uns und unsere Umwelt, individuell auf unsere Bedürfnisse abgestimmt, schätzen. Hier steckt das Wort Schatz drin. Wir fühlen, was sich richtig und gut für uns anfühlt, und was eher weniger. Auch unsere Grenzen können wir so wahrnehmen. Dabei sind wir weniger im Kopf, in dem es nach Regeln und Gesetzen, also logischen Konstrukten geht, sondern viel mehr da, wo es sich für uns gut anfühlt, wo es individuell und lebendig wird.

Perfektionismus ist also ein Hilfsmittel, um das fehlende oder geringe Selbstwertgefühl zu überdecken! Clever gemacht, Perfektion!

Die Alternative zum Perfektionismus ist also eine gefühlte, individuelle Umsetzung, bei der wir uns auf uns und unser Gefühl abstimmen. Das, was sich gut anfühlt, tun wir, erschaffen wir; das, was sich eher weniger gut anfühlt, lassen wir. Wenn es uns reicht, dann hören wir auf! Wir machen uns frei von dem, was die Regeln vorschreiben!

Viele Perfektionisten sind davon geprägt, dass sie ihren Perfektionismus ein wenig Leid sind, da sie merken, dass sie viel Zeit investieren und vor allem zum Schluss wenig dabei herumkommt.

Indem wir perfektionistisch unterwegs sind, verpassen wir auch immer ein Stück von uns selbst. Denn nicht selten richten wir uns im Rausch der Perfektion nach den Regeln der Anderen, die wir in unserem Kopf eingepflanzt haben. Innerlich denken und fühlen wir vielleicht anders, aber weil es ja so zu sein hat, weil es so und so sein muss, machen wir das einfach und unterdrücken dabei unsere eigenen Impulse. Wir finden also gar nicht heraus, was wir SELBST daraus gemacht hätten und wer wir SELBST eigentlich sind. Schade! Wir werden nie erfahren, was wäre, wenn… und wie würden die Leute wirklich reagieren… welche Türen würden sich öffnen, wenn… …

Also weg mit der krassen Perfektion & hallo wundervolles Selbst!

Klar, der Perfektionismus hat auch seine guten Seiten… Indem wir es immer noch besser machen wollen, gehen wir in gewisser Weise über unsere Grenzen hinaus und probieren und pfeilen weiter herum. Eine Portion Perfektionismus ist also in gewissem Maße auch sehr förderlich. Aber eben in nur in einem gewissen Maß und nicht als Schutz, um unsere Individualität zu verstecken!

Ich finde es wichtig und hilfreich, über die Zusammenhänge Bescheid zu wissen, und bei mir selbst aufmerksam hinzuschauen, ob mich meine Perfektion gerade unterstützt, oder sie mir eher im Weg steht, um das zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe.

Was mir auch hilft, ist immer wieder zu überprüfen, was genau MEIN Ziel ist und wie wichtig es für MICH gerade ist. Damals in der Schule oder Uni habe ich häufig danach gestrebt, alles richtig zu haben, perfekt zu sein, ohne für mich innerlich überhaupt zu überprüfen, wie wichtig das jetzt eigentlich gerade für mich persönlich ist und wo meine Interessen liegen.

Was denkst du über Perfektionismus? Versteckst du dich auch hin und wieder hinter der Perfektion? Oder hast du Erfahrungen damit gemacht?

Lass mir gern einen Kommentar dazu da!

Alles Liebe,
Nadin

 

Warum wir körperliche Schmerzen brauchen.

Hallo,

heute mal eine etwas andere Art, meine Gedanken mit dir zu teilen. Ich erzähle dir etwas: eine Art Geschichte, die etwas tiefer geht…

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Sie sagte mir, sie hat große Schmerzen im Rücken und an der Halswirbelsäule, vor allem, wenn sie sich bewegt. Ihr Körper ist nicht ausgeglichen und war es auch schon ihr gesamtes Leben nicht wirklich. Als frühe Mutter von drei Kindern hat sie sehr viel dafür gegeben, ihre Liebsten zu tollen jungen Menschen groß zu ziehen. Ihre eigenen Bedürfnisse hat sie dafür oft zurückgesteckt und dabei auch die Anforderungen des Lebens mit einer leichten Überforderung einfach durchgezogen und irgendwie gelöst, ohne groß drüber nachzudenken. Einfach machen, irgendwie und ohne Verluste. Das macht man eben so…

Jetzt, wo alle aus dem Haus sind, merkt sie, dass sie alt wird; dass ihr Körper ein paar Laster davon getragen hat und dass jetzt, wo sie zur Ruhe kommt, dieser immer lauter schreit und auf sich aufmerksam machen möchte. Jetzt, wo sie die meiste Zeit allein zu Hause verbringt, kann sie sich nicht mehr von sich selbst ablenken. Jetzt gibt es nicht mehr so viel für die Anderen zu tun, sodass auf einmal viel, viel Raum für sie selbst da ist. Raum, der im ersten Moment überfordert; der im ersten Moment beängstigend und zugleich niederschmetternd wirkt.

Was passiert dort gerade?

Jetzt auf einmal fängst du an zu realisieren, wie es dir geht, was dort gerade bei dir los ist. Und, weil es nicht das tolle glückliche Gefühl der Lebendigkeit und Leichtigkeit ist, welches dort in dir aufkommt, willst du es nicht wahr haben und wehrst dich dagegen. Du willst dieses Gefühl der Ohnmacht, des Schmerzes und der Leere nicht fühlen. Es ist nicht angenehm und unglaublich beängstigend.

Jetzt auf einmal steht ihr euch gegenüber: du, wie du jetzt bist und du, wie du unbewusst, innerlich vielleicht immer sein wolltest.

Ein schwieriger und unangenehmer Moment, der auf körperlicher Ebene ausgetragen wird…

Warum habe ich diese Schmerzen? fragt sie sich.

Deine Schmerzen bringen dich zur Ruhe; deine Schmerzen lähmen dich und hindern dich daran, vor dir wegzulaufen. Gerade ist es so. Gerade brauchst du, ja DU! dort in dir drinne, die wundervoll und wunderschön ist, einfach Ruhe und einen Moment für dich, nur mit dir. … Denn, sonst wären die Dinge gerade nicht so, wie sie sind. Gerade brauchst du diesen körperlichen Schmerz. Gerade brauchst du deine Verletzung an der Halswirbelsäule. Ja, gerade ist er da. So ist es. Und du spürst ihn. Am liebsten würdest du ihn weghaben wollen, einfach frei von diesen Schmerzen sein. Ja, das wäre schön!

Deine Schmerzen auf körperlicher Ebene schränken dich ein. Sie lassen dich nicht frei und locker leben, sondern bringen dich zum Stillstand, zur Ruhe, sodass du jetzt die Möglichkeit hast, deine Gedanken wahrzunehmen und dich noch intensiver zu spüren. Schon clever, wie der Körper das so macht und managet. Nur doof, dass wir diejenigen sind, die dabei so leiden

Was kann hinter diesen körperlichen Schmerzen stecken?

Lass uns tiefer gehen, um das Ganze nicht so ohne Weiteres weiterhin einfach nur loswerden zu wollen und auszuhalten; denn ohne wäre es schon schöner… Aber gerade ist er nun da.

Wir haben also Schmerzen, starke Schmerzen… körperlich. Wir wissen die Körperstelle und können diese lokalisieren und sagen da tut es weh. Oder in einem anderen Fall: wir haben eine starke Erkältung, bei der wir im Bett liegen bleiben müssen und wir die Nase komplett voll haben. Wir wissen also auf körperlicher Ebene, dass wir krank sind.

Krankheit heißt Ruhe und Ruhe heißt Raum für Gedanken.

Jetzt, wo wir krank sind und im Idealfall Ruhe haben, sind wir gezwungen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Wir müssen hinhören, was unsere Gedanken uns mitteilen. Gleichzeitig treten wir aus unserem Alltag aus und merken, dass die Welt auch ohne uns so weiterläuft, ohne, dass wir großartig etwas dazugeben, ohne, dass wir für alles Verantwortung übernehmen müssen.

Jetzt haben wir Raum und Zeit, um uns mit uns zu beschäftigen, um unsere Lebensweise zu hinterfragen, um zu sehen: Wie sieht das aus, was sich gerade mein Alltag nennt? Und, es ist Zeit, sich die Fragen zu stellen: Tut mir das gut, was ich dort lebe und was sich mein Alltag nennt? Habe ich Freude daran? Wünsche ich mir das so? Wie würde ich es mir erträumen, wenn ich könnte? …

Durch die Schmerzen oder die Krankheit bist du also gerade gezwungen, dich damit zu beschäftigen; dich mit dir zu beschäftigen und dem, was dort in dir vorgeht.

Viele von uns finden nie die Zeit dafür oder hatten in ihrem Leben bisher immer etwas zu tun, sodass dieser Moment so gut wie nie stattfinden konnte; umso stärker muss die Krankheit oder der Schmerz sein, um endlich auf sich aufmerksam zu machen, um endlich gehört zu werden… Soweit so gut, denkst du dir jetzt wahrscheinlich. Schön. Und jetzt? Ich will das doch eigentlich gar nicht. Was soll ich denn jetzt mit dieser Nachricht anfangen. Toll, ich habe die Schmerzen, weil ich in meinem bisherigen Leben nicht auf mich gehört habe.

Gerade denke ich mir: Jaaaaaa, du sagst es! Lies den Satz noch einmal: Ich habe diese Schmerzen, weil ich in meinem bisherigen Leben nicht auf mich gehört habe. Wenn es noch immer nicht klickt macht, lies ihn noch ein paar Mal. Dort steht es ganz klar. Du lebst ein Leben, in dem du so gut wie nie auf dich gehört hast.

Ein Leben ohne Dich!

Du hast viel Zeit damit verbracht, Dinge zu tun, die du eigentlich gar nicht wolltest; Dinge, die du eigentlich nicht wirklich für dich gemacht hast; Dinge, die andere von dir wollten; Dinge, die die Gesellschaft von dir wollte; Dinge, die von dir erwartet wurden… damit hast du viel Zeit deines Lebens verbracht.

Und jetzt, genau jetzt willst du, dass dein Körper, der ja Teil von dir in deinem Leben ist, dass er gesund ist, und keine Schmerzen hat. Nochmal: Dieser Körper hat die meiste Zeit damit verbracht, Dinge zu tun, die gar nicht für ihn gedacht waren, die gar nicht gut für ihn waren. Darunter hat er gelitten und heute trägt er die Schmerzen und Leiden davon. Er hat sich verändert, um etwas zu sein, was er eigentlich gar nicht ist. Um etwas zu leben, was er gar nicht wollte…

Es könnte sein, dass sich Dein Schmerz gerade verstärkt. Das tut mir leid, aber lass ihn einfach sein. Du hältst das aus… wenn du dran bleibst, wenn du es zulässt und diese Tatsache annimmst. Es ist NUR ein Schmerz, der kommt, weil wir gerade einen wichtigen Punkt getroffen haben. Es ist vollkommen ok, dass es dir gerade so geht und es ist auch total normal, dass du dich gerade so fühlst und es wehtut. Dieser Schmerz, der daher kommt, dass du das, was dir wirklich wichtig ist und das, was sich für dich wirklich richtig und gut anfühlt, bisher nicht so ausleben konntest, ist ein tiefes Bedürfnis von dir. Denn du, wie du dort jetzt sitzt und das hier liest, du hast es verdient, dass du dein Leben so lebst, dass es dir gut tut. Du hast es verdient, dass du glücklich bist und dass du Spaß hast und dass du dein Leben so lebst, wie du es wirklich willst!

Ein Leben, was sich richtig richtig gut anfühlt!

Ja, du! Und das will dein Inneres. Das dort drin bist du! Das, was du dort jetzt fühlst. Dieser Schmerz an deinem Halswirbel, der musste erst da sein, um dir jetzt auf offensichtlicher Ebene diesen inneren Schmerz beizubringen. Und, um dir den ersten Schritt in die richtige Richtung zu geben. Oder hättest du ohne Schmerz das Bedürfnis verspürt, dich mit dir und deinem Leben einmal näher und innig auseinanderzusetzen und zu schauen, was für ein wundervolles Ding DU bist?

Jajajaja… wundervolles Ding… DU? Sag sowas nicht. Aber doch! Lass mich dir zeigen, wies weiter geht. Denn du fragst dich jetzt bestimmt… und Jetzt? Jetzt weiß ich das, habe auch etwas gespürt, aber es tut immer noch weh… und ich weiß gar nicht, was ich jetzt machen soll… wenn dort wirklich etwas wahres dran ist, was kann ich denn dann jetzt machen?

Wie kann ich mein Leben anders leben? Denn ich kenne es ja nur so. Wie finde ich raus, was mir gut tut? Und wie lebe ich das dann? Schritt für Schritt. Lass uns losgehen…

Alles Liebe,

Nadin

P.S. Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht zu sehr getroffen! Wie geht es dir nach dem Lesen? Hast du einen ähnlichen Zusammenhang zwischen deinem Leben und einer Krankheit bei dir feststellen können? Lass mir gern deine Meinung dazu da. Ich freue mich von dir zu hören!

Selbsthass! … wirklich? Ich?

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Hallo.

Selbsthass. Ich finde es klingt so hart und soo böse. Sich selbst hassen, sich selbst verabscheuen, sich selbst verletzen und ablehnen. Das verbinde ich mit dem Wort, wenn ich daran denke. Man kann es gut reden und immer irgendeine logische Erklärung und Ausrede finden, warum bestimmte sich selbst schadende Verhaltensweisen doch irgendwie gut sind, aber nein, eigentlich machen wir uns dann auch nur selbst etwas vor, glaube ich… Selbsthass ist nichts Schönes und Erstrebenswertes, vielmehr schleppt es so eine tiefe Traurigkeit und Verletzlichkeit mit sich… an sich kein schönes Thema, aber genauso wie positive und freudige Seiten, gibt es im Leben auch einen Platz für dieses Thema. Der eine kennt es mehr, der andere weniger und manch einer möchte es am Liebsten weit weg schieben…

Ich habe mich gefragt, woher dieser Selbsthass kommt und inwiefern er unser Leben unbewusst beeinflusst. Meine Gedanken dazu möchte ich gern mit dir teilen.

Viele Verhaltensweisen haben wir sehr früh in unserem Leben gelernt; sei es, weil Andere es genauso gemacht haben, weil die Eltern oder Lehrer, Erzieher, Freunde,… gesagt haben, so und so geht das oder weil wir es einfach so ausprobiert haben. Auf jeden Fall haben wir gelernt, die Dinge zu machen, wie wir sie machen. Da es in den meisten Situationen immer funktionierte, haben wir nie angefangen, zu hinterfragen, ob das, was wir tun, optimal ist und welcher BEWEGgrund wirklich dahinter steckt. Wir haben also angefangen, uns in unserem Umfeld zu verhalten und dieses hat automatisch angefangen, auf uns zu reagieren. Die Reaktionen haben wir kennengelernt und sie sind, wie unser Verhalten, ebenfalls zur Gewohnheit geworden. Da sind wir nun, in unserem gewohnten Umfeld, so, wie wir sind; so wie wir es zu denken und handeln gelernt haben. Und so läuft das Ganze… wir strahlen dabei das aus, was wir tun und denken und ziehen so immer wieder diese Situationen und Dinge in unser Leben.

Läuft. …

Jetzt stellt sich dir als Leser vielleicht die Frage,.. ok ja, kann sein, aber was ist daran falsch, und was hat das mit Selbsthass zu tun? Läuft doch… Ja, da hast du recht… in erster Linie ist daran Nichts schlecht, es läuft ja so, wie es läuft. Aber macht es uns glücklich? Lässt es uns wirklich lebendig fühlen? Ich habe auch Jahre lang so gelebt und ja, es lief. Die Menschen wissen, wie sie mit dir umzugehen haben und du weißt es bei ihnen, automatisch, unbewusst. Doch ich musste für mich feststellen, dass das so nur das halbe Leben ist; dass es da noch mehr gibt; dass das nicht so das Wahre ist; dass das nicht alles gewesen sein kann.

Diese Festplatte dort oben, unser Gehirn lässt sich uploaden, es lässt sich mehr Bewusstsein reinbringen, es lässt sich Liebe und Freude und Leben reinbringen …einfach Bewegung und Veränderung, was das Leben ja nun mal ist.

Alles verändert sich ständig und nichts ist morgen so, wie es gestern war… oder?

Ok, ich schweife ab. Zurück zum Selbsthass!

Wir haben also diese Festplatte, unser Gehirn, auf der alle Informationen, alle Verhaltensweisen und Gedankenmuster, gespeichert sind. Wir sind in unserem Alltag und leben da so vor uns hin. Wir treffen tagtäglich Entscheidungen, die meisten davon unbewusst, aus Gewohnheit eben. Und jetzt sind wir am entscheidenden Punkt.

Wonach treffen wir diese Entscheidungen, was bildet die Grundlage dafür?

Tun wir es aus finanziellen, wirtschaftlichen, praktischen Aspekten, also rein rationalen Konstrukten, die wir irgendwo von außen haben ODER tun wir es aus Freude, Liebe und Begeisterung? Ich musste bei mir feststellen, dass ich den Großteil meiner Entscheidungen mein gesamtes Leben lang NICHT aus Freude, Liebe und Begeisterung getroffen habe; dass viele meiner Entscheidungen unbewusst und gewohnt waren, weil Andere es so wollten, weil Sorgen mich lenkten oder weil ich es nicht besser WUSSTE. Schlechte Gedanken führen zu schlechten Gefühlen, führen zu einem verminderten Wohlbefinden, welches sich wiederum auf das gewohnte Alltagsleben auswirkt… bis es irgendwann einfach normal für uns ist. Und weil wir es nicht anders kennen und der Mensch ein Gewohnheitstier ist, ist es eben so, dass wir in so einem Fall glauben, die Welt müsste so sein… ist sie ja auch irgendwie. Und es war ja schon immer so, viele viele Jahre. Das ist einerseits verständlich, andererseits macht mich das auch irgendwie traurig. Wurden wir dafür geboren?

Häää? Wovon redet sie? Worauf will sie hinaus?! Selbsthass?

Ich frage dich: Bist du glücklich? Fühlst du dich lebendig? Freudig?

Wenn wir Entscheidungen treffen und unsere Handlungen zum Großteil aus rein rationalen Gründen, also ohne viel Selbstwertgefühl und Selbstliebe, resultieren, dann ist klar, dass unser Verhalten nicht für uns, sondern eher gegen uns gerichtet ist. Und hier könnten wir schon vom Selbsthass sprechen. Vielleicht klingt das etwas sehr drastisch, sehr hart und wir könnten es auch lieber Selbstvernachlässigung (gibts das Wort überhaupt?) oder Selbstverleugnung nennen, aber naja, es ist eben irgendwie eine Form von Selbstsabotage. Und unterm Strich tun wir uns damit nichts Gutes!

Wir treffen also viele Entscheidungen, die nicht wirklich für uns sprechen; bei denen keine Verbindung zu unserem inneren Wohlbefinden besteht. Oder vielleicht in sofern, dass wir Streit und Konfrontation vermeiden, dass wir Schläge vermeiden, dass wir Alleinsein vermeiden.. also wir uns so verhalten, dass eine schlimme, schmerzhafte Reaktion ausbleibt… Das kann gut sein, da wir früher abhängig von unseren Eltern waren. Und irgendwie wollten wir überleben. Und wie siehts heute aus? Heute sind meist leider viele tiefe Überbleibsel vorhanden, die uns und unser Leben stark beeinflussen.

Aber soll das alles sein? Immer nur an der Grenze kratzen, um zu überleben und Schmerz zu vermeiden? Tut es nicht trotzdem weh? So innerlich?

Was würde nun passieren, wenn wir unsere Entscheidungen auf einer anderen Grundlage treffen? Wenn wir uns für gute Dinge, wie Dinge, die uns Freude bereiten und gut tun, bewusst entscheiden und sie so in unser Leben bringen?

… wenn wir Entscheidungen treffen würden, die sich richtig gut anfühlen, die auf der Grundlage beruhen, dass wir es verdient haben; dass wir geliebt werden; dass wir gut sind, wie wir sind; dass wir Glück und Liebe auch ohne Bedingungen erfahren dürften. Und was wäre, wenn diese Entscheidungen uns zu mehr Glück, Liebe und Freude in unserem Leben führen würden?

Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Aber ja, es ist möglich, es ist machbar! Das Leben ist schön! Und es kann einfach sein. Ja, so sollte es sein. Ich habe das erlebt und ich möchte nicht wieder zurück. Ich kenne die Schattenseiten und ich habe das Leben auch von seiner wunderschönen Seite kennenlernen dürfen. Deswegen kann ich das hier so schreiben und möchte darauf aufmerksam machen. Viel zu oft leiden wir, obwohl wir es gar nicht verdient haben!

Ich möchte dich hier nicht angreifen, dir etwas vorwerfen oder abwerten, sondern ich möchte dich wachrütteln! Ich möchte einen Punkt in dir berühren, der vielleicht schon lange gehört werden möchte. Einer, der bisher vielleicht noch etwas zu kurz gekommen ist, weil es bis jetzt nicht möglich war, tiefer zu gehen. Nimm es also nicht persönlich, sondern schau hin, welcher Teil da in dir vielleicht in Resonanz geht.

Und falls du denkst, ja, da ist schon irgendwie etwas dran, aber WIE geht das? Wie kann ich die Selbstsabotage beenden, dann bleib dran und freu dich auf die folgenden Artikel oder schau dir schon einmal diesen hier an.

Das Leben ist mehr als Schwarz und Weiß; es ist viel mehr der Rest der Farbpalette mit seinen vielen unglaublich kleinen Abstufungen der einzelnen Nuancen.

Lasst uns Farben kreieren, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Lasst uns leben!

Lasst uns über die Farbpalette hüpfen, indem wir bewusste und liebevolle Entscheidungen für uns und unser Leben treffen!

Hast du Lust?

Alles Liebe, Nadin

P.S. Auf welcher Grundlage triffst du deine Entscheidungen? Gehst du bewusst nach Wohlbefinden oder hängst du noch in der alten, kleinen Gewohnheit fest?