Über das Schreiben und die Angst, sich selbst zu begegnen

Hallo,

„eine Schreibübung: Nimm dir 20 Minuten Zeit, setz dich mit Papier und Stift oder einem leeren Dokument auf deinem Pc hin und notiere dir folgendes Thema: „Was würdest du heute wirklich tun, wenn du morgen nicht mehr lebst?“. Stell dir einen Wecker oder schau auf die Uhr und fang an zu schreiben.“

So oder so ähnlich beginnen mehrere Schreibübungen, die helfen, die Gedanken in Fluss zu bringen.

Hast dus mal ausprobiert?

Ich schon und ich finde es unglaublich erstaunlich, was sich da so bewegt. Am Anfang sagt der Kopf und der Verstand: „Nein, ich kann nicht schreiben, ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll und außerdem kann ich mich nicht ausdrücken. Schreiben ist einfach nicht meins.“ Ja, kann ich voll verstehen. Doch ich weiß nun, dass das Schreiben viel bewegen kann und ich glaube, dass wir immer, wenn wir glauben, nicht schreiben zu können, wir uns selbst einen Stein in den Weg legen.

Ist es wirklich wahr, dass wir nicht schreiben können?

Jeder kann schreiben! Ohne Scheiß jetzt! Wenn ich denke, ich kann das nicht, dann kann ich es auch nicht. Wenn ich aber über diesen Punkt drüber gehe merke ich: Sobald ich beim Schreiben stocke, habe ich einen Gedanken gedacht, der das, was gerade raus wollte, abwertete. Zum Beispiel dachte ich dann: Nee, so kannst du das nicht sagen. Oder: Wen interessiert das eigentlich. Oder: Das ist so unwichtig. Oder: Ich kann eh nicht schreiben. Klar, wenn ich solche Gedanken denke, dann ist das, wie eine Tür, die sich schließt und gegen die ich dann renne. Dann fließt Nichts mehr.

Aber stell dir vor, du könntest diesen Punkt überwinden.

Stell dir vor, du würdest diesen Gedanken nicht die Kraft geben, dass sie dich blockieren. Was dann passiert, liebe ich! Auf einmal fängt es an zu fließen, auf einmal kommt Lebendigkeit ins Spiel und auf einmal darf alles sein. Die Gedanken, die mich ins Stocken bringen, gehören einfach dazu, die dürfen auch sein. Ich schreibe sie einfach auf und dann noch viel weiter. Manchmal ändert sich dann auch noch einmal die Richtung. Es stellt sich heraus, dass das Vorherige, nicht das war, was gerade wirklich raus wollte. Und bei den blockierenden Gedanken merkte ich teilweise: Es sind nicht meine Gedanken, sondern welche, die ich irgendwann mal gehört habe, die sich eingebrannt haben und die mich klein machen wollten.

Unwahrheiten. Und da kann ich reingehen.

Hallo, ihr negativen Gedanken. Ich weiß, ihr wollt mich hindern, einfach ich zu sein. Das ist auch ok, denn damals war es gut, dass ihr da wart, denn dann gab es keinen Ärger und es war für unser Umfeld weniger anstrengend. Denn ein lebendiges, plapperndes Kind, welches nicht tut und schreibt, was es schreiben soll, das ist anstrengend, das passt da nicht rein. Also schön leise sein und machen, was gesagt wird. Ok… und heute?

Heute darf ich sein, heute kann ich sein, heute muss ich Niemandem mehr gehorchen oder gefallen.

Ich brauche nicht mehr angepasst sein und deswegen kann ich einfach fließen und das heraus lassen, was heraus will. Ich kann mich selbst komplett wahrnehmen, mir allen meinen Ecken und Kanten. Und meine Gedanken kann ich aufschreiben. Ich kann schreiben und meine Gedanken sind ok, meine Gedanken dürfen fließen. Ich weiß vorher auch nicht immer, was sie heute sagen wollen und doch tun sie es einfach.

Wenn ich glaube, vorher wissen zu müssen, was passiert, dann schränke ich mich selbst ein.

Ich wollte das eine lange Zeit, weil ich Angst vor der Zukunft und vor dem Neuen hatte, Ich erwarte dann, dass ich ein Übermensch bin, ein Hellseher, der in die Zukunft schauen kann, aber hey, das bin ich nicht und ich glaube, dass Niemand zu 100% sagen kann, was morgen passieren wird. Aber warum will ich das? Wenn ich weiß, was passieren wird, dann kann ich mich vorher mit meinem Verstand darauf einstellen. Ich kann mir vorher alles überlegen, was genau passieren wird, wie ich mich verhalten werde usw. Und warum? Es gab mir Sicherheit, weil ich ja eben Angst vor dem Neuen hatte. Ja, das ist so ein Verhalten. Total verständlich, wenn ich es heute betrachte. Ich konnte eben nicht mit unerwarteten Situationen umgehen: Was sollte ich dann tun? Wie sollte ich mich verhalten? Was, wenn etwas schief geht?… aber das ist auch wieder ein anderes Thema. Vielleicht mache ich dazu noch einmal einen separaten Eintrag…

Zurück zum Schreibfluss. Meine Gedanken dürfen fließen und einfach sein und ich brauche vorher nicht schon zu wissen, was ich schreibe. Ich kann ihnen einen Rahmen vorgeben, aber dann schaue ich, was aus mir heraus kommt.

Mir hat das Schreiben einfach unglaublich weitergeholfen und ich würde es Jedem empfehlen, es einfach mal auszuprobieren. Sich wirklich einfach mal hinzusetzen, und seine Gedanken fließen zu lassen. Beim Schreiben sind die Gedanken nach meinem Empfinden auch langsamer und klarer.

Und das Beste: Das Gefühl danach. Diese Ruhe. Dieses Sein. Diese Klarheit. Diese Erleichterung. Diese Verbundenheit.

Für mich ist das Schreiben ein Weg, mir näher zu kommen und mich mit mir auseinanderzusetzen. Am Anfang war es gruselig, sich mit mir selbst zu konfrontieren und ich glaube, dass das auch irgendwie vom Verstand her gesteuert ist. Der versucht ja auch immer, uns irgendwie abzulenken, um eben nicht genauer hinzuschauen. Aber eigentlich ist das total doof.

Denn, wenn wir nicht wissen, wer wir sind und was wirklich in uns vorgeht, wie wollen wir dann unser Leben leben und glücklich sein? Woher wissen wir dann, was uns wirklich wirklich wichtig ist und was uns wirklich wirklich glücklich macht?

Ich wusste es früher nicht und ich nahm mir auch nie die Zeit, mich damit zu beschäftigen. Keine Zeit für mich.

Doch was wäre, wenn wir morgen wirklich sterben würden?!

Heute nehme ich mir regelmäßig Zeit, um in mich hineinzuhören, was da los ist. Ich schaue, was mir wichtig ist und was mich bewegt, was mich beschäftigt. Diese Zeit gönne ich mir und ich merke, je mehr ich bei mir selbst bin, desto klarer sind meine Gedanken und desto genauer kann ich bestimmen, in welche Richtung ich heute gehe. Und auch, wo es sich wirklich lohnt Energie reinzustecken und wo ich vielleicht lieber nochmal genauer hinschaue.

Welchen Weg wählst du, dir selbst zu begegnen? Hast du das Schreiben mal probiert? Einige andere Wege sind ja auch zum Beispiel das Videos drehen, das pure Nachdenken, Spazierengehen, Meditieren oder Yogan. Fällt dir noch etwas ein?

Alles Liebe,
Nadin

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Wo für mich das wirkliche Leben anfängt

Hallo,

am 02.06.2012 schrieb ich in mein Notizbuch Folgendes:

“Eine Veränderung passiert nicht von heute auf morgen. Das Leben ist ein Prozess und alles bewegt und verändert sich. Niemals geschieht eine Sache genauso, wie sie schon einmal geschehen ist. Und niemals wird etwas genauso sich ereignen, wie man es erwartet und es sich erhofft und vorstellt.

Das Leben passiert. Allerdings ist man dem nicht hilflos ausgesetzt. Jeder von uns kann aktiv selbstbestimmen, welchen Weg er einschlägt und was ihn voranbringt. Das Mensch strebt nach Selbstverwirklichung und Harmonie. Dinge, die schaden geht er aus dem Weg und vermeidet sie.

Wichtig ist es, sein Handeln und Verhalten zu hinterfragen und sich den Problemen zu stellen, um ein erfüllendes, wohltuendes Dasein zu genießen. Das Leben muss nicht grau und schwerfällig sein.

Wenn es das ist, dann ist man es sich selbst nicht wert, sich für etwas Besseres ins Handeln zu begeben und seine Träume und Ziele zu verwirklichen.”

Beeindruckend. Ich schrieb diese Zeilen damals in der Klinik nachdem ich realisiert hatte, dass ich bin, dass ich lebe und, dass ich es mir wert bin.

Es klingt selbstverständlich, wie ich das so schreibe. So, als wäre Nichts dabei und als wäre das so etwas, ja eben Selbstverständliches, was Jeder weiß und was Jeder in sich mit sich so herum trägt.

Doch ich glaube, dass es nicht so ist; dass der Verstand andere Geschichten erzählt.

Mein Verstand wünscht sich manchmal, dass eine Veränderung von heute auf morgen passiert. Und gleichzeitig wollte er auch immer, dass sich am besten Nichts verändert, sodass das sichere Konstrukt bestehen bleibt.

Und auch ist es so, dass ich am Liebsten in die Zukunft schauen wollte, um zu wissen, was als Nächstes passiert, weil das Gefühl, es nicht zu wissen mir Angst bereitete.

Die Gewohnheit war ein ständiger Begleiter.

In gewisser Weise tut sie auch gut. Denn, wenn ich gewohnt handel, dann braucht mein Gehirn weniger Energie, da mein Verhalten den Nervenbahnen folgt, die schon sehr ausgeprägt sind. Je dicker diese sind, desto schneller kann ich reagieren und handeln. Reiz zack Reaktion. Da brauch ich nicht viel nachdenken und hinterfragen erst recht nicht. Reiz zack Reaktion.

Und doch bin ich in den meisten Fällen kein großer Fan davon, weil so auch Vieles an mir vorbeigeht.

Ich liebe mittlerweile den Gedanken: Jeden Tag in jedem Moment, also auch genau jetzt, passiert etwas, was noch nie zuvor passiert ist. Jeder Moment ist einzigartig und in jedem Moment treffen Gegebenheiten aufeinander, die sich so noch nie ergeben haben. Selbst wenn ich jeden Tag den gleichen Weg laufe, so ist dies jeden Tag ein neuer Weg, denn niemals wird der gleiche Vogel zur gleichen Zeit auf dem gleichen Ast in dem gleichen Windzug, wie gestern zwitschern.

Ja, das sagt man so, hätte ich früher voller Überzeugung gesagt.

Heute weiß ich aus meiner Erfahrung, dass es wirklich so ist und etwas verändern kann, wenn man sich darauf einlässt.

Wenn ich in der Gewohnheit versunken bin, dann mache ich das, was ich immer mache, ohne dabei noch bewusst wahrzunehmen, was ich dort gerade WIRKLICH mache. Ich glaube dann immer den selben Weg zu gehen, aber sehe gar nicht, dass das gar nicht wahr ist.

Was halte ich denn noch alles so für wahr, obwohl es das nicht ist?

Wenn ich aufwache und bewusst wahrnehme, was eigentlich ist, dann kann ich aus dieser Gewohnheit ausbrechen. Dann kann jeder Moment zu dem werden, was er wirklich ist, etwas Einzigartiges, etwas Wundervolles. Ja, WUNDER voll. Denn in jedem Moment passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Wenn ich loslasse und einfach schaue, was da ist, dann kann ich Dinge entdecken, an die ich niemals zuvor gedacht hätte.

Wenn ich loslasse, dann komme ich aus dem Kopf direkt in den Moment.

Dann lasse ich Gedanken los und bin einfach nur da. Im jetzigen Moment passieren auch keine Sorgen. Sorgen sind Gedanken, die uns verschleiern, die uns verblenden. Sie nehmen den Moment ein und lassen mich nicht frei spüren, was eigentlich gerade los ist.

Wenn ich also das Leben mehr leben und genießen will, wenn ich mich selbst erfüllen will, dann muss ich raus aus meinem Kopf kommen und direkt rein ins Leben.

Dann brauche ich nicht für alles einen Plan, dann darf ich auch mal einfach nur da sein und schauen, was in diesem Moment los ist.

Und dann kann ich auch die Angst und das Unwohlsein, welches dann aufkommen mag, weil dann vielleicht Sorgen aufsteigen, wie: Du musst doch noch das und das und das machen! Und: Nee, das ist ja total langweilig, was soll ich da schon sehen. Was bringt mir das?! Das ist doch sinnlos und schwachsinnig! Da passiert doch Nichts! Ja, dann kann ich diese Gedanken einfach Kopfsache lassen und trotzdem herausgehen, aus der Gewohnheit und für einen Moment einfach mal loslassen und sein.

Sobald ich aus der Gewohnheit ausbrechen will, meldet sich auch mein Verstand.

Er passt darauf auf, dass alles in seinen gewohnten Regeln abläuft. Er ist es auch, der mir dann die Sorgen, Ängste und Zweifel aufwirft, indem er versucht, das, was er nicht fassen kann, vorauszusagen. Und das fällt natürlich negativ aus, weil er nicht will, dass sich etwas verändert, weil er sich ja auf das, was er schon kennt, eingestellt hat. Dafür hat er ja seine Regeln und Gedankenbahnen in meinem Gehirn erschaffen, da muss jetzt auch nichts Neues so unbedingt rein. Läuft ja. Ja, lieber Verstand.

Und doch beginnt wirkliches Leben da, wo ich aus der Komfortzone, aus der Gewohnheit ausbreche.

Hier ist der Raum, an dem Entwicklung stattfinden kann. Hier kann ich herausfinden, wer ich wirklich bin und was ich wirklich, wirklich will. Hier kann ich meinen Verstand dankbar für das, was er bisher für mich getan und geregelt hat, abschalten und einen Moment lang einfach sein und schauen, was da wirklich ist. Hier sind meine Gedanken eben nur Gedanken und ich entscheide, ob ich ihnen Glauben schenke will oder eben nicht.

Hier ist auch der Moment und Ort, an dem ich mich neu entscheiden kann, an dem ich das Alte sein lassen kann.

Und hier kann ich lachen, weil ich lebendig und frei bin.

Und am Wichtigsten, hier ist auch der Moment, in dem ich anfangen kann, mich zu lieben und zu schätzen, wie ich bin. Mit allen meinen Ecken und Kanten, meinen Verhaltensweisen, die ich dort in meinem Kopf irgendwann einmal gelernt habe und mit allem, was ich sonst noch so mitbringe. Hier kann ich einfach sehen, wer ich wirklich bin und, was mir wirklich am Herzen liegt.

Hier bin ich einfach nur, und zwar mehr als das, was ich glaube zu sein.

Wer bist du, wenn du deine Komfortzone verlässt und aus der Gewohnheit für einen Moment ausbrichst?

Ich freue mich, wenn du es mit mir teilst.

Alles Liebe,
Nadin

Warum wir körperliche Schmerzen brauchen.

Hallo,

heute mal eine etwas andere Art, meine Gedanken mit dir zu teilen. Ich erzähle dir etwas: eine Art Geschichte, die etwas tiefer geht…

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Sie sagte mir, sie hat große Schmerzen im Rücken und an der Halswirbelsäule, vor allem, wenn sie sich bewegt. Ihr Körper ist nicht ausgeglichen und war es auch schon ihr gesamtes Leben nicht wirklich. Als frühe Mutter von drei Kindern hat sie sehr viel dafür gegeben, ihre Liebsten zu tollen jungen Menschen groß zu ziehen. Ihre eigenen Bedürfnisse hat sie dafür oft zurückgesteckt und dabei auch die Anforderungen des Lebens mit einer leichten Überforderung einfach durchgezogen und irgendwie gelöst, ohne groß drüber nachzudenken. Einfach machen, irgendwie und ohne Verluste. Das macht man eben so…

Jetzt, wo alle aus dem Haus sind, merkt sie, dass sie alt wird; dass ihr Körper ein paar Laster davon getragen hat und dass jetzt, wo sie zur Ruhe kommt, dieser immer lauter schreit und auf sich aufmerksam machen möchte. Jetzt, wo sie die meiste Zeit allein zu Hause verbringt, kann sie sich nicht mehr von sich selbst ablenken. Jetzt gibt es nicht mehr so viel für die Anderen zu tun, sodass auf einmal viel, viel Raum für sie selbst da ist. Raum, der im ersten Moment überfordert; der im ersten Moment beängstigend und zugleich niederschmetternd wirkt.

Was passiert dort gerade?

Jetzt auf einmal fängst du an zu realisieren, wie es dir geht, was dort gerade bei dir los ist. Und, weil es nicht das tolle glückliche Gefühl der Lebendigkeit und Leichtigkeit ist, welches dort in dir aufkommt, willst du es nicht wahr haben und wehrst dich dagegen. Du willst dieses Gefühl der Ohnmacht, des Schmerzes und der Leere nicht fühlen. Es ist nicht angenehm und unglaublich beängstigend.

Jetzt auf einmal steht ihr euch gegenüber: du, wie du jetzt bist und du, wie du unbewusst, innerlich vielleicht immer sein wolltest.

Ein schwieriger und unangenehmer Moment, der auf körperlicher Ebene ausgetragen wird…

Warum habe ich diese Schmerzen? fragt sie sich.

Deine Schmerzen bringen dich zur Ruhe; deine Schmerzen lähmen dich und hindern dich daran, vor dir wegzulaufen. Gerade ist es so. Gerade brauchst du, ja DU! dort in dir drinne, die wundervoll und wunderschön ist, einfach Ruhe und einen Moment für dich, nur mit dir. … Denn, sonst wären die Dinge gerade nicht so, wie sie sind. Gerade brauchst du diesen körperlichen Schmerz. Gerade brauchst du deine Verletzung an der Halswirbelsäule. Ja, gerade ist er da. So ist es. Und du spürst ihn. Am liebsten würdest du ihn weghaben wollen, einfach frei von diesen Schmerzen sein. Ja, das wäre schön!

Deine Schmerzen auf körperlicher Ebene schränken dich ein. Sie lassen dich nicht frei und locker leben, sondern bringen dich zum Stillstand, zur Ruhe, sodass du jetzt die Möglichkeit hast, deine Gedanken wahrzunehmen und dich noch intensiver zu spüren. Schon clever, wie der Körper das so macht und managet. Nur doof, dass wir diejenigen sind, die dabei so leiden

Was kann hinter diesen körperlichen Schmerzen stecken?

Lass uns tiefer gehen, um das Ganze nicht so ohne Weiteres weiterhin einfach nur loswerden zu wollen und auszuhalten; denn ohne wäre es schon schöner… Aber gerade ist er nun da.

Wir haben also Schmerzen, starke Schmerzen… körperlich. Wir wissen die Körperstelle und können diese lokalisieren und sagen da tut es weh. Oder in einem anderen Fall: wir haben eine starke Erkältung, bei der wir im Bett liegen bleiben müssen und wir die Nase komplett voll haben. Wir wissen also auf körperlicher Ebene, dass wir krank sind.

Krankheit heißt Ruhe und Ruhe heißt Raum für Gedanken.

Jetzt, wo wir krank sind und im Idealfall Ruhe haben, sind wir gezwungen, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Wir müssen hinhören, was unsere Gedanken uns mitteilen. Gleichzeitig treten wir aus unserem Alltag aus und merken, dass die Welt auch ohne uns so weiterläuft, ohne, dass wir großartig etwas dazugeben, ohne, dass wir für alles Verantwortung übernehmen müssen.

Jetzt haben wir Raum und Zeit, um uns mit uns zu beschäftigen, um unsere Lebensweise zu hinterfragen, um zu sehen: Wie sieht das aus, was sich gerade mein Alltag nennt? Und, es ist Zeit, sich die Fragen zu stellen: Tut mir das gut, was ich dort lebe und was sich mein Alltag nennt? Habe ich Freude daran? Wünsche ich mir das so? Wie würde ich es mir erträumen, wenn ich könnte? …

Durch die Schmerzen oder die Krankheit bist du also gerade gezwungen, dich damit zu beschäftigen; dich mit dir zu beschäftigen und dem, was dort in dir vorgeht.

Viele von uns finden nie die Zeit dafür oder hatten in ihrem Leben bisher immer etwas zu tun, sodass dieser Moment so gut wie nie stattfinden konnte; umso stärker muss die Krankheit oder der Schmerz sein, um endlich auf sich aufmerksam zu machen, um endlich gehört zu werden… Soweit so gut, denkst du dir jetzt wahrscheinlich. Schön. Und jetzt? Ich will das doch eigentlich gar nicht. Was soll ich denn jetzt mit dieser Nachricht anfangen. Toll, ich habe die Schmerzen, weil ich in meinem bisherigen Leben nicht auf mich gehört habe.

Gerade denke ich mir: Jaaaaaa, du sagst es! Lies den Satz noch einmal: Ich habe diese Schmerzen, weil ich in meinem bisherigen Leben nicht auf mich gehört habe. Wenn es noch immer nicht klickt macht, lies ihn noch ein paar Mal. Dort steht es ganz klar. Du lebst ein Leben, in dem du so gut wie nie auf dich gehört hast.

Ein Leben ohne Dich!

Du hast viel Zeit damit verbracht, Dinge zu tun, die du eigentlich gar nicht wolltest; Dinge, die du eigentlich nicht wirklich für dich gemacht hast; Dinge, die andere von dir wollten; Dinge, die die Gesellschaft von dir wollte; Dinge, die von dir erwartet wurden… damit hast du viel Zeit deines Lebens verbracht.

Und jetzt, genau jetzt willst du, dass dein Körper, der ja Teil von dir in deinem Leben ist, dass er gesund ist, und keine Schmerzen hat. Nochmal: Dieser Körper hat die meiste Zeit damit verbracht, Dinge zu tun, die gar nicht für ihn gedacht waren, die gar nicht gut für ihn waren. Darunter hat er gelitten und heute trägt er die Schmerzen und Leiden davon. Er hat sich verändert, um etwas zu sein, was er eigentlich gar nicht ist. Um etwas zu leben, was er gar nicht wollte…

Es könnte sein, dass sich Dein Schmerz gerade verstärkt. Das tut mir leid, aber lass ihn einfach sein. Du hältst das aus… wenn du dran bleibst, wenn du es zulässt und diese Tatsache annimmst. Es ist NUR ein Schmerz, der kommt, weil wir gerade einen wichtigen Punkt getroffen haben. Es ist vollkommen ok, dass es dir gerade so geht und es ist auch total normal, dass du dich gerade so fühlst und es wehtut. Dieser Schmerz, der daher kommt, dass du das, was dir wirklich wichtig ist und das, was sich für dich wirklich richtig und gut anfühlt, bisher nicht so ausleben konntest, ist ein tiefes Bedürfnis von dir. Denn du, wie du dort jetzt sitzt und das hier liest, du hast es verdient, dass du dein Leben so lebst, dass es dir gut tut. Du hast es verdient, dass du glücklich bist und dass du Spaß hast und dass du dein Leben so lebst, wie du es wirklich willst!

Ein Leben, was sich richtig richtig gut anfühlt!

Ja, du! Und das will dein Inneres. Das dort drin bist du! Das, was du dort jetzt fühlst. Dieser Schmerz an deinem Halswirbel, der musste erst da sein, um dir jetzt auf offensichtlicher Ebene diesen inneren Schmerz beizubringen. Und, um dir den ersten Schritt in die richtige Richtung zu geben. Oder hättest du ohne Schmerz das Bedürfnis verspürt, dich mit dir und deinem Leben einmal näher und innig auseinanderzusetzen und zu schauen, was für ein wundervolles Ding DU bist?

Jajajaja… wundervolles Ding… DU? Sag sowas nicht. Aber doch! Lass mich dir zeigen, wies weiter geht. Denn du fragst dich jetzt bestimmt… und Jetzt? Jetzt weiß ich das, habe auch etwas gespürt, aber es tut immer noch weh… und ich weiß gar nicht, was ich jetzt machen soll… wenn dort wirklich etwas wahres dran ist, was kann ich denn dann jetzt machen?

Wie kann ich mein Leben anders leben? Denn ich kenne es ja nur so. Wie finde ich raus, was mir gut tut? Und wie lebe ich das dann? Schritt für Schritt. Lass uns losgehen…

Alles Liebe,

Nadin

P.S. Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht zu sehr getroffen! Wie geht es dir nach dem Lesen? Hast du einen ähnlichen Zusammenhang zwischen deinem Leben und einer Krankheit bei dir feststellen können? Lass mir gern deine Meinung dazu da. Ich freue mich von dir zu hören!