Grenzüberschreitung – Wie mein Fühlen mein Wissen bereichern kann

Hallo,

ich finde den Zusammenhang spannend, dass wir Menschen durch unsere Wahrnehmung mittels unserer Sinne beschränkt sind. Wir sind nur Menschen und glauben dennoch, irgendwie mit unserem Verstand alles fassen zu können. Dabei ist es so, dass unsere Wahrnehmung die Informationen in unserer Umgebung filtert. Nur ein Bruchteil dieser kommen in unserem Gehirn wirklich zur Verarbeitung an.

Unter dieser Voraussetzung ist es eigentlich ein Irrglaube, dass das, was wir mit unserem Verstand fassen und mit Regeln und Gesetzen erklären können, alles ist!

Innerlich habe ich deswegen etwas dagegen, dass wir für alles eine Erklärung und einen logischen Beweis finden müssen, damit wir Sachen annehmen und glauben können. Wir Menschen sind ständig dabei uns weiterzuentwickeln, die Wissenschaft unterliegt unseren eigenen Grenzen und deswegen ist es eigentlich sinnvoll, wenn wir über diese Grenzen hinaus gehen und mehr als das reine Wissen einfließen lassen.

Ich glaube, dass das Fühlen den Weg des Wissens in einer gewissen Weise bereichern kann.

Etwas weckt unser Interesse, wir fühlen uns quasi dort hingezogen und dann versuchen wir es zu verstehen, zu erforschen und zu entdecken.

Und genau da greift dann das Wissen ein.

Der umgekehrte Weg, bei dem wir Dinge lernen, für die wir innerlich gar keine Resonanz fühlen, ist derjenige, der mir zuwider ist. Warum soll ich Dinge lernen, für die ich innerlich Null Interesse habe? Wenn da keine Resonanz ist, kein bisschen Freude oder so lebhafte Neugier, warum sollte ich dann in die Richtung gehen und mich dafür entscheiden? Ich glaube nicht, dass mich das erfüllen kann, also nicht innerlich, weil da einfach nicht die Verbindung da ist. Es passt vielleicht zu dem, was ich vorher schon gelernt habe, aber wenn da keine innerliche Begeisterung ist…

Ich merke, dass ich darauf reagiere und zwar aus dem Grund, weil ich früher so war, dass ich Dinge tat, um sie zu tun, weil ich nichts Besseres wusste und irgendwie muss man ja irgendwas machen… aber das ist nicht wahr!

Früher wusste ich es nicht besser, mir fehlte das Wissen, wie ich diese innerliche Begeisterung finde und, dass es anders geht und anders sein darf.

Heute kann ich schauen, was innerlich mit mir in Resonanz geht und ich folge dem.

Voller Neugier, wo es mich hinzieht. 

Ist das nicht auch viel effektiver? Wenn ich nämlich große Begeisterung für ein Thema mitbringe, weil es mich magisch dazu hinzieht, dann will ich alles darüber wissen und sauge alle Informationen regelrecht auf. Irgendwann bin ich Experte darin und das Wissen bereichert mich und gibt mir einen immer größeren Blick auf das, was mich da angezogen hat. Ich brauche nicht dasitzen und mir Dinge anschauen und in mich hineinprügeln, die mich nicht wirklich interessieren und wo ich vielleicht einen Hauch schlechte Laune bekomme, wenn ich nur daran denke.

Begeisterung und Freude kommen, glaube ich, wenn es innerlich mit uns in Resonanz geht.

Ich denke auch, dass Jeder so etwas hat, was ihn anzieht und, wo er so richtig, richtig drin aufgehen würde, wenn er darauf hören würde, sich trauen würde. Sich trauen den Weg zu gehen und sich selbst zu begegnen, alte Glaubenssätze aufzulösen, Verantwortung zu übernehmen.

Ist aber eben immer auch eine Sache von Prioritäten und Selbstliebe,ne?!

Mich zieht es auf den Weg, nach Innen zu hören und hinzufühlen, was ich wirklich will.

Ich möchte meine Zeit nicht mehr damit verbringen, mir Sachen in den Kopf zu prügeln, um etwas zu lernen, weil ich glaube, etwas lernen zu müssen.

Und nicht nur lernen, sondern auch machen.

Ich möchte Nichts mehr machen, was mir schadet, wo ich keinen Sinn drin sehe und wozu ich mich zwinge oder es nur tue, weil ich glaube, ich müsste es tun.

Warum denn bitte?

Ich gehe danach, was mir Freude bereitet und mich begeistert, mich bereichert und mich erfüllt.

Keine Ahnung, wo mich das hinführen wird, aber so lange ich mit meiner Begeisterung und Freude gehe, glaube ich auf einem guten Weg zu sein, dem ich vertrauen kann.

Das Leben meint es gut mit mir. 

Gleichzeitig befürchte ich und merke ich, dass mir viele Steine in den Weg fallen, dass ich Grenzen überwinden muss und ich herausgefordert werde. Und auch ist es klar, dass sich mein jetziges Leben verändern wird. Denn das Leben ist ein Prozess und wie es so schön heißt: die einzige Konstante ist die Veränderung.

Ich merke, was mir gut tut und was nicht. Zu Dingen, die mich erfüllen oder meine Neugier erwecken, fühle ich mich hingezogen. Zu Dingen, die mir schaden, mich runterziehen, mich schlecht fühlen lassen, fühle ich mich eher abgestoßen.

Und auch merke ich, dass das Leben zu kurz ist, um es mit Dingen zu verbringen, die ich scheinbar machen muss, die sich nicht stimmig anfühlen und die mir schaden.

„Sollte nicht all das Leid, welches ich in meinem Leben erfahren habe, ausreichen, um Entscheidungen zu treffen, die mir gut tun? Sollte nicht die Selbstliebe und mein Wohlergehen das sein, was mich lenkt und bewegt?“

Das habe ich mich gefragt.

JA! und JA! waren die Antworten.

Wenn ich nicht auf mich aufpasse und mich für meine Bedürfnisse und mein Wohlergehen einsetze, wer sollte das dann tun?

Wer steckt wirklich in mir drin und kann fühlen, was in mir vorgeht und kann entscheiden, was ich wirklich will, fühle und denke?

Das bin nur ich und nur ich kann mein Leben leben und nur ich kann es machen, dass es mir gut geht. Ich darf auf mich hören und hinfühlen und ich darf die wichtigste Person in meinem Leben sein!

Genauso, wie du die wichtigste Person in deinem Leben sein solltest!

Wir können den Umweg gehen und versuchen, Jemand anderen glücklich zu machen, um dann vielleicht seine Anerkennung, Liebe und Bestätigung dafür zu bekommen, damit wir uns selbst etwas wertgeschätzt und erfüllt fühlen.

Aber damit machen wir uns abhängig, gehen einen Umweg und wir bekommen nur einen Bruchteil dessen, was wir wirklich brauchen:

…nämlich unsere Liebe, unsere Anerkennung und unsere Unterstützung.

Ich glaube, wirklich vollkommen und glücklich lässt es sich auf dem Umweg nicht sein.

Was muss für dich passieren, damit du die Verantwortung für dein Leben übernimmst?

Mein Weg war krass und ich wünsche mir, dass du nicht erst an die unterste Grenze des Lebens stoßen musst, um zu realisieren, dass du so ein Leben nicht möchtest und, dass das Leben mehr ist.

Es kann glaube ich auch schon nur ein wenig Unzufriedenheit ausreichen, um zu handeln, um zu hinterfragen und um etwas zu verändern. Oder ein erschütterndes Ereignis in deinem Umfeld, was dich nachdenklich macht.

Es ist ein Prozess und ich bin auf dem Weg.

Das Leben ist eine Reise und unser Inneres der Kompass.

Und ja… das ist ein Weg… das geht nicht von Heute auf Morgen. Leider nicht und es wird auch immer wieder schmerzhaft. Angst und Zweifel reihen sich ebenfalls immer wieder ein.

Es ist spannend, es ist lebendig und es bewegt sich.

Seitdem ich mich für den Weg bewusst entschieden habe, kommen immer mehr neue und wundervolle Dinge in mein Leben. Es fühlt sich gut an und ich lerne viel.

Ich bin gerade dabei immer mehr Verantwortung zu übernehmen und genau hinzufühlen, was tut mir wirklich gut und womit möchte ich wirklich meine Zeit verbringen. Die Dinge, die mir schaden reduziere ich und die freigewordene Zeit fülle ich immer mehr mit dem auf, was mich innerlich anzieht und erfüllt; was mir Freude bereitet.

Nach und nach und gefühlt zur richtigen Zeit fallen mir immer wieder Punkte auf, an denen es drückt und die mir nicht mehr so passen, die sich nicht mehr stimmig anfühlen.

Ich schau dann genauer hin, was das mit mir macht, was da los ist. Mal sehe ich es gleich und mal lässt die Klarheit auf sich warten. Mal kann ich leicht loslassen und mich mit dem Neuen öffnen, mal traue ich mich noch nicht, wirklich hinzufühlen und es nach Außen zu tragen.

Und doch bewegt es mich.

Wonach gehst du in deinem Leben? Und wie wichtig bist du dir?

Ich freue mich über deine Antwort und vielleicht sind wir auf dem selben Weg und können uns dazu austauschen und ein paar Schritte gemeinsam gehen. Meld dich auch gern, falls du irgendwo hängst und Unterstützung brauchst. Bisher bin ich noch am Möglichkeiten suchen, meine Erfahrungen mit dir zu teilen. Dankeschön!

Das Leben ist eine Reise und unser Inneres der Kompass.

Alles Liebe,
Nadin

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Mich erkennen – (m)eine Geschichte

Hallo,

wenn ich zurück denke, dann gab es da Momente, in denen ich verzweifelt und traurig auf meinem Bett lag. Ich fühlte mich allein und irgendwie wusste ich Nichts so richtig mit mir anzufangen. Die Dinge, die mir früher mal Spaß gemacht hatten, die bedeuteten mir nicht mehr so viel und irgendwie war einfach alles mega unschön. Gefühlt waren meine Freunde draußen in der Welt, hatten Spaß, lachten und lebten. Aber ich fühlte mich nicht mehr dazugehörig, für mich interessierte sich Niemand mehr so richtig. Das sagten mir zumindest meine Gedanken. Wenn ich mit ihnen zusammen war, wollte ich irgendwie über die Dinge sprechen, die mich bewegten und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ich würde sie damit nur belasten… deswegen zog ich mich lieber zurück, um vielleicht auch selbst nicht darüber zu sprechen. Stattdessen versuchte ich mich selbst so gut es ging abzulenken, für die Arbeit oder Uni gab es eh immer etwas zu tun oder auch so, gibt es immer Aufgaben oder Beschäftigungen

… um in Wirklichkeit, nicht über mich selbst nachdenken zu müssen.

Ich, wie ich dort jetzt so betrachtet liege und mich so hundeelend fühle, ich würde mich heute erst einmal ganz lieb in den Arm nehmen und sagen, es ist okay, komm ich nehm dich an die Hand und wir gehen da gemeinsam raus, zurück ins Leben! Denn es fühlte sich damals so unglaublich scheiße an und das allein durchstehen?! Neeeee, niemals…

Und ja, genau so fühlte ich mich. Ich lag dort und fühlte mich einfach so allein, verlassen und traurig. Irgendwie wollte ich zwar, aber irgendwie konnte ich nicht…

… und schon gar nicht, wusste ich, wie genau ich irgendetwas verändern sollte.

Falls du dich in meinen Worten wiederfindest, dann fühl auch du dich lieb in den Arm genommen. Vielleicht kennst du auch einen Teil dieser Gefühle und Gedanken. Egal, wie du dich gerade fühlst, wie es dir geht, es ist okay und es gibt einen Weg da raus, rein ins Leben!

Also natürlich nur, wenn du willst, ne?!

Ich möchte folgende Gedanken gern mit dir teilen.

Es war einmal ein kleiner Funken Leben, irgendwo dort draußen im Universum.

Er schwirrte durch die Galaxien, huschte vorbei an Planeten und Sonnensystemen und genoss es, frei und lebendig zu sein. Eines Tages kam sein großer Tag: Es geht auf die Erde ins Leben, in einen Körper und dort wirst du weiterhin leben und lebendig sein können, wurde ihm gesagt. Der große Tag kam also, es war auch deiner, denn dieser Tag, war der Tag deiner Geburt:

Alles Gute zum Geburtstag!

Du erblicktest das Licht der Welt. In einem Raum voller Menschen, grellem Licht und Kälte… da lagst du so, schriest um dein Leben und befandest dich nun auf der Welt in deinem Körper. Noch warst du nicht so ganz da; denn deinen Körper zu spüren und dich selbst zu versorgen, das musstest du erst noch lernen. Die ersten Jahre warst du also auf dein Umfeld, auf deine Eltern angewiesen. Sie gaben dir Essen, Trinken, Liebe und legten dich Schlafen. Sie kümmerten sich um dich, wenn du geschrien hast. Das Schreien interpretierten sie auf ihre eigene Art: manchmal bekamst du Nahrung, manchmal eine Umarmung oder frische Windeln. Du wurdest umsorgt und gepflegt. So, wie es deine Eltern und das Umfeld eben deuten konnte, was du gerade brauchtest.

Deine Eltern waren auch nur Menschen, die auf die gleiche Art und Weise das Licht der Welt erblickt hatten. Auch sie wurden von ihren Eltern und ihrem Umfeld großgezogen, genährt und geliebt, so gut es eben ging. Und auch die Menschen in deinem Umfeld, die, denen du täglich auf der Straße begegnest, mit denen du zur Schule gegangen bist und alle deine Freunde und Bekannte; alle sie erblickten irgendwann einmal auf gleiche Art und Weise das Licht der Welt. Schon faszinierend. Findest du nicht auch? Und jeder dieser menschlichen Wesen, wurde in einen ganz eigenen Körper geboren. Jeder dieser Körper sieht anders aus. Und in jedem dieser Körper wohnt ein anderer Mensch!

Wir wurden also geboren…

…umsorgt, genährt und irgendwann konnten wir Laufen. Endlich konnten wir die Welt auf eigene Faust erkunden. Einen Schritt vor den Anderen stapften wir voller Eifer und Neugier von Tag zu Tag durch die Gegend und entdeckten neue Sachen: erstmal schauen, was hier überhaupt so los ist. Manchmal fielen wir hin, da konnten wir gleich die Chance nutzen, um zu schauen, was hier unten überhaupt los ist. Und wenn das gereicht hat, stellten wir uns wieder hin, und erkundeten die Welt weiter.

Wir machten es einfach…

So vergingen viele Jahre. Die Meisten von uns gingen in den Kindergarten, kamen in die Schule und trafen Freunde. Im Laufe des Lebens geht jeder seinen Weg weiter: für die Einen geht es in die Ausbildung, Andere studierten und wieder Andere bekamen vielleicht schon Kinder. … wie auch immer das Leben verlief, wo auch immer du lang liefst:

… weißt du, wer immer bei dir war?

An irgendeinem Punkt in unserem Leben werden wir klein gemacht, nicht böse gemeint oder beabsichtigt: Uns werden einfach Dinge von den Erwachsenen verboten, die wir nicht machen sollen; wir sollen leise sein, unsere Hausaufgaben machen, schneller laufen, das nicht in die Hand nehmen und so weiter… in der Schule dann vergleichen wir uns mit Anderen, der Eine ist besser, der Andere schlechter; einer hatte gute Noten in der Arbeit und wir vielleicht wieder nur die Schlechten.

Egal, wie es war: Diese Erfahrungen und Gedanken prägen unser Bild, welches wir selbst von uns haben.

Irgendwann fangen wir dann sogar selbst an, diese Gedanken zu uns zu sagen: Wir seien schlecht, müssen uns endlich mal mehr anstrengen, dick sehen wir wieder aus, wenn wir uns den Anderen anschauen. Viele, viele Sätze kreisen in unseren Köpfen herum und wirken sich auf unser Wohl aus. Werden es zu viele Unwahrheiten, die wir dort über uns glauben, dann fühlen wir uns immer kleiner und unvollkommener. Denn so, wie die Anderen sind, so sind wir nun einmal nicht. Und… so werden wir auch niemals sein. Doof gelaufen, wenn wir es aber doch gern sein wollen, weil wir ja sehen, dass die Anderen viel besser sind. Du beginnst, dich schwächer und allein zu fühlen.

Du merkst, dass du eben nicht so, wie die Anderen bist.

Egal, welche Erfahrung du gemacht hast, und egal, was du dort über dich für Gedanken glaubst und wie du dich fühlst: Jetzt gerade bist du hier! Du sitzt oder liegst dort, auf deinem Stuhl, auf deiner Couch, in der Bahn oder wo du dich auch gerade befindest. Hier, genau hier bist du, jetzt! Und weißt du was? Genau bis hier bist DU gekommen! Du bist hier her gegangen. Seitdem du geboren wurdest, bist du jeden Tag Schritt für Schritt durch dein Leben gestapft. Egal, was du getan hast, egal wie schnell oder langsam du dich dabei gefühlt hast.

Du hast stets einen Begleiter gehabt: Du warst niemals allein!

Jeden Morgen, wenn du die Augen aufgemacht hast, war er bei dir! Und jeden Abend, wenn du dich in dein Bett gelegt hast, ebenfalls. Als du geboren wurdest war er da und wenn du stirbst, wird er immernoch bei dir sein.

Dieser Begleiter, das bist DU!

Du gehst mit dir dein gesamtes Leben. Jeden einzelnen Tag, Schritt für Schritt. Seitdem du geboren wurdest, begleitest du dich jede einzelne Milisekunde; jeden Atemzug teilst du mit dir selbst. Seit deiner Geburt! Weißt du, was das bedeutet? Nein? Ich werde es dir sagen: Seit deiner Geburt hast du jede Entscheidung, alles, was passiert ist, selbst getroffen.

Das glaubst du nicht?

Wenn dir jemand etwas in den Mund gesteckt hast, hast du entschieden, dass du es isst, dass du es nicht einfach wieder ausspuckst! In jedem Moment, in dem du mit Anderen zusammen warst, warst du dennoch mit dir selbst zusammen. Du hast dich entschieden, mit diesen Menschen deine Zeit zu verbringen.

Du stehst jeden Morgen auf, um die Dinge zu tun, für die du dich entscheidest!

Jede einzelne Sekunde, auch genau jetzt in diesem Moment. Du entscheidest dich, diese Zeilen hier zu lesen. Warum? Weil es scheinbar genau das Richtige in diesem Moment für dich ist. … weil du gerade das machst, was in deiner Macht steht. Das, was du dich traust und das, was sich momentan für dich ergibt, mehr geht gerade nicht, mehr muss gerade nicht. Es ist okay, was gerade passiert! Es ist ok, was du machst! Es ist ok, was du gibst!

Und es ist ok, dass du nicht wie die Anderen bist! Das ist vollkommen ok! Das ist sogar richtig, richtig gut!

Und noch was… ja, ich sage es jetzt noch einmal: Seit deiner Geburt bist du bei dir, begleitest dich! Das bedeutet genau genommen: Dass du jeden Tag deines bisherigen Lebens 24h am Tag mit dir zusammen bist. Diese Tage zusammen gerechnet und mit der Zeit, die du mit Anderen verbringst, verglichen, waren das viele Jahre und Jahrzehnte, die DU mit DIR zusammen warst! Jeden einzelnen Tag. Kein Anderer dort draußen kann das von dir behaupten! Niemand dort draußen war das, Niemand dort draußen kennt dich so gut!

Niemand dort draußen hat all das erlebt, was du erlebt hast!

Und Niemand dort draußen ist immer noch bei dir, so wie du es tust!

Du bist bei dir, und das schon dein gesamtes Leben lang!

Niemand dort draußen kann sich mit dir messen, denn Niemand dort draußen bist DU!

Und du kannst dich auch nicht mit den Anderen messen, denn du bist nicht die Anderen! Du bist Du, vollkommen und einzigartig!

Jede Situation dort draußen passiert einfach nur, und du, weil du diese Schritte durch dein gesamtes Leben gemacht hast, siehst die Situation durch deine eigene Lebenbrille, deine Erfahrungen wirken dort rein. Vielleicht hast du gelernt, dass diese Farbe lila ist, ein anderer hat diese als pink kennengelernt und ein Künstler, der schon tausende Farben in seinem Leben gemischt hat, würde sie vielleicht als verschwommenes altrosa bezeichnen. Du siehst alles, was dort draußen in der Welt los ist, auf deine ganz eigene Art und Weise, aufgrund deiner ganz eigenen geballten Erfahrungspower.

Du hattest vielleicht Wegbegleiter und triffst Weggefährten, die einen Teil mit dir gemeinsam zurück legen, ihr habt ähnliche Interessen und doch seht ihr diesen Weg durch euren Erfahrungsschleier, weswegen jede einzelne Situation um so vielschichtiger wird. Weißt du worauf ich hinaus will?

Du bist einzigartig und wundervoll, so wie du bist! Und du kannst dich entscheiden, für alles, was du willst! In jedem Moment!

Hast du dich schonmal aus diesem Blickwinkel betrachtet?

Alles Liebe, Nadin

Wo für mich das wirkliche Leben anfängt

Hallo,

am 02.06.2012 schrieb ich in mein Notizbuch Folgendes:

“Eine Veränderung passiert nicht von heute auf morgen. Das Leben ist ein Prozess und alles bewegt und verändert sich. Niemals geschieht eine Sache genauso, wie sie schon einmal geschehen ist. Und niemals wird etwas genauso sich ereignen, wie man es erwartet und es sich erhofft und vorstellt.

Das Leben passiert. Allerdings ist man dem nicht hilflos ausgesetzt. Jeder von uns kann aktiv selbstbestimmen, welchen Weg er einschlägt und was ihn voranbringt. Das Mensch strebt nach Selbstverwirklichung und Harmonie. Dinge, die schaden geht er aus dem Weg und vermeidet sie.

Wichtig ist es, sein Handeln und Verhalten zu hinterfragen und sich den Problemen zu stellen, um ein erfüllendes, wohltuendes Dasein zu genießen. Das Leben muss nicht grau und schwerfällig sein.

Wenn es das ist, dann ist man es sich selbst nicht wert, sich für etwas Besseres ins Handeln zu begeben und seine Träume und Ziele zu verwirklichen.”

Beeindruckend. Ich schrieb diese Zeilen damals in der Klinik nachdem ich realisiert hatte, dass ich bin, dass ich lebe und, dass ich es mir wert bin.

Es klingt selbstverständlich, wie ich das so schreibe. So, als wäre Nichts dabei und als wäre das so etwas, ja eben Selbstverständliches, was Jeder weiß und was Jeder in sich mit sich so herum trägt.

Doch ich glaube, dass es nicht so ist; dass der Verstand andere Geschichten erzählt.

Mein Verstand wünscht sich manchmal, dass eine Veränderung von heute auf morgen passiert. Und gleichzeitig wollte er auch immer, dass sich am besten Nichts verändert, sodass das sichere Konstrukt bestehen bleibt.

Und auch ist es so, dass ich am Liebsten in die Zukunft schauen wollte, um zu wissen, was als Nächstes passiert, weil das Gefühl, es nicht zu wissen mir Angst bereitete.

Die Gewohnheit war ein ständiger Begleiter.

In gewisser Weise tut sie auch gut. Denn, wenn ich gewohnt handel, dann braucht mein Gehirn weniger Energie, da mein Verhalten den Nervenbahnen folgt, die schon sehr ausgeprägt sind. Je dicker diese sind, desto schneller kann ich reagieren und handeln. Reiz zack Reaktion. Da brauch ich nicht viel nachdenken und hinterfragen erst recht nicht. Reiz zack Reaktion.

Und doch bin ich in den meisten Fällen kein großer Fan davon, weil so auch Vieles an mir vorbeigeht.

Ich liebe mittlerweile den Gedanken: Jeden Tag in jedem Moment, also auch genau jetzt, passiert etwas, was noch nie zuvor passiert ist. Jeder Moment ist einzigartig und in jedem Moment treffen Gegebenheiten aufeinander, die sich so noch nie ergeben haben. Selbst wenn ich jeden Tag den gleichen Weg laufe, so ist dies jeden Tag ein neuer Weg, denn niemals wird der gleiche Vogel zur gleichen Zeit auf dem gleichen Ast in dem gleichen Windzug, wie gestern zwitschern.

Ja, das sagt man so, hätte ich früher voller Überzeugung gesagt.

Heute weiß ich aus meiner Erfahrung, dass es wirklich so ist und etwas verändern kann, wenn man sich darauf einlässt.

Wenn ich in der Gewohnheit versunken bin, dann mache ich das, was ich immer mache, ohne dabei noch bewusst wahrzunehmen, was ich dort gerade WIRKLICH mache. Ich glaube dann immer den selben Weg zu gehen, aber sehe gar nicht, dass das gar nicht wahr ist.

Was halte ich denn noch alles so für wahr, obwohl es das nicht ist?

Wenn ich aufwache und bewusst wahrnehme, was eigentlich ist, dann kann ich aus dieser Gewohnheit ausbrechen. Dann kann jeder Moment zu dem werden, was er wirklich ist, etwas Einzigartiges, etwas Wundervolles. Ja, WUNDER voll. Denn in jedem Moment passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Wenn ich loslasse und einfach schaue, was da ist, dann kann ich Dinge entdecken, an die ich niemals zuvor gedacht hätte.

Wenn ich loslasse, dann komme ich aus dem Kopf direkt in den Moment.

Dann lasse ich Gedanken los und bin einfach nur da. Im jetzigen Moment passieren auch keine Sorgen. Sorgen sind Gedanken, die uns verschleiern, die uns verblenden. Sie nehmen den Moment ein und lassen mich nicht frei spüren, was eigentlich gerade los ist.

Wenn ich also das Leben mehr leben und genießen will, wenn ich mich selbst erfüllen will, dann muss ich raus aus meinem Kopf kommen und direkt rein ins Leben.

Dann brauche ich nicht für alles einen Plan, dann darf ich auch mal einfach nur da sein und schauen, was in diesem Moment los ist.

Und dann kann ich auch die Angst und das Unwohlsein, welches dann aufkommen mag, weil dann vielleicht Sorgen aufsteigen, wie: Du musst doch noch das und das und das machen! Und: Nee, das ist ja total langweilig, was soll ich da schon sehen. Was bringt mir das?! Das ist doch sinnlos und schwachsinnig! Da passiert doch Nichts! Ja, dann kann ich diese Gedanken einfach Kopfsache lassen und trotzdem herausgehen, aus der Gewohnheit und für einen Moment einfach mal loslassen und sein.

Sobald ich aus der Gewohnheit ausbrechen will, meldet sich auch mein Verstand.

Er passt darauf auf, dass alles in seinen gewohnten Regeln abläuft. Er ist es auch, der mir dann die Sorgen, Ängste und Zweifel aufwirft, indem er versucht, das, was er nicht fassen kann, vorauszusagen. Und das fällt natürlich negativ aus, weil er nicht will, dass sich etwas verändert, weil er sich ja auf das, was er schon kennt, eingestellt hat. Dafür hat er ja seine Regeln und Gedankenbahnen in meinem Gehirn erschaffen, da muss jetzt auch nichts Neues so unbedingt rein. Läuft ja. Ja, lieber Verstand.

Und doch beginnt wirkliches Leben da, wo ich aus der Komfortzone, aus der Gewohnheit ausbreche.

Hier ist der Raum, an dem Entwicklung stattfinden kann. Hier kann ich herausfinden, wer ich wirklich bin und was ich wirklich, wirklich will. Hier kann ich meinen Verstand dankbar für das, was er bisher für mich getan und geregelt hat, abschalten und einen Moment lang einfach sein und schauen, was da wirklich ist. Hier sind meine Gedanken eben nur Gedanken und ich entscheide, ob ich ihnen Glauben schenke will oder eben nicht.

Hier ist auch der Moment und Ort, an dem ich mich neu entscheiden kann, an dem ich das Alte sein lassen kann.

Und hier kann ich lachen, weil ich lebendig und frei bin.

Und am Wichtigsten, hier ist auch der Moment, in dem ich anfangen kann, mich zu lieben und zu schätzen, wie ich bin. Mit allen meinen Ecken und Kanten, meinen Verhaltensweisen, die ich dort in meinem Kopf irgendwann einmal gelernt habe und mit allem, was ich sonst noch so mitbringe. Hier kann ich einfach sehen, wer ich wirklich bin und, was mir wirklich am Herzen liegt.

Hier bin ich einfach nur, und zwar mehr als das, was ich glaube zu sein.

Wer bist du, wenn du deine Komfortzone verlässt und aus der Gewohnheit für einen Moment ausbrichst?

Ich freue mich, wenn du es mit mir teilst.

Alles Liebe,
Nadin