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Das Mädchen hinter der Fassade

Hallo,

stell dir vor, du denkst: „Ich bin hässlich. Niemand mag mich.“ 

Wie fühlt sich das an?

Stell dir ein kleines Mädchen vor, welches diese Sätze zu sich sagt.

Wie würde sie sich verhalten? Wie würde sie fühlen?

Womöglich wäre es so, dass dieses kleine Mädchen traurig wäre, den Kopf hängen lassen und sich zurück ziehen würde. Vielleicht weint sie oder ist kraftlos und schwach. Innerlich wäre sie nämlich davon überzeugt, dass Niemand sie mag, weil sie hässlich ist.

Indem sie so denkt, zeigt sie sich sehr wahrscheinlich automatisch klein und eher zurückhaltend. Ihr Umfeld würde wahrscheinlich ebenfalls mit Abstand auf sie reagieren und für das kleine Mädchen wäre das eine Bestätigung dafür, dass Niemand sie mag, denn mit ihr stimmt etwas nicht…

„Mit mir stimmt etwas nicht!“

Stell dir nun vor, was passiert, wenn das Mädchen erwachsen wird und es immer noch diese Gedanken über sich denkt. Höchstwahrscheinlich hat sie wenig Freunde und ein mangelndes Selbstbewusstsein. Auf Andere zu zugehen wird ihr bestimmt schwer fallen, da sie ja glaubt, dass Niemand sie mag. Und wahrscheinlich wird sie auch unbewusst über sich denken, dass sie nicht liebenswürdig ist, da sie das in ihrem Umfeld immer wieder erfährt. Sie wird möglicherweise den Fehler bei sich suchen und sich dementsprechend selbst kritisieren und schlecht machen.

Ihr Verhalten wird ihr in Zukunft wahrscheinlich immer mehr drücken, wenn sie mit Anderen zusammen ist, da sie immer wieder das Gefühl hat, sie ist anders. Sie wird nicht gemocht. Weil sie glaubt, nicht liebenswürdig und genug zu sein, wird sie wahrscheinlich anfangen, sich mit Anderen zu vergleichen, weil sie sieht, dass Andere erfolgreicher und beliebter sind. Sie fängt an, wie die Anderen sein zu wollen, weil sie glaubt: Wenn ich so, wie die Anderen bin, dann bin ich auch Jemand, dann werde ich auch geliebt und akzeptiert und dann mögen mich die Anderen.

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Also fängt sie an, sich anzupassen und das zu machen, was jeder macht. Das funktioniert auch ganz gut, sie ist beliebter und gehört dazu. Sie hat nun Menschen in ihrem Leben, die sie bewundern, ihre Fassade, die Zeit mit ihr verbringen. Das läuft, das funktioniert.

Doch immer, wenn es näher wird, fühlt sie sich unsicher und versucht dieser Situation aus dem Weg zu gehen. Sie hat Angst, wieder nicht gemocht zu werden, wenn sie sich zeigt. Die Angst ist so stark, dass sie schon automatisch ausweicht und Verabredungen mit Unbekannten absagt.

Denn was würde passieren, wenn sie sich nicht mehr hinter dieser Fassade verstecken kann?

Was ist, wenn keiner mehr da ist, an dem sie sich orientieren kann?

Sie würde vielleicht dastehen und ihre alte Angst, nicht gemocht zu werden, würde wieder aufsteigen. Jetzt, wo die Fassade, das Verhalten, was sie sich von Anderen abgeguckt hat, nicht mehr ausreicht, gerät sie an ihre Grenzen.

Wie kann sie eine so nahe Situation meistern?..

… wenn doch das kleine Mädchen immer noch glaubt, nicht gemocht zu werden und liebenswürdig zu sein?

Höchstwahrscheinlich wird sie immer wieder an diese Grenze stoßen, bis sie anfängt dahinter zu schauen. Bis dahin wird sie viele Situationen verpassen, da ihre Fassade sie bewahrt und schützt, um nicht an diesen wunden Punkt zurück gehen zu müssen.

An diesem Punkt wird es echt, hier wird es lebendig. Und genau hier steckt das Potential für so viel mehr.

Ich möchte mit dir einmal dort hinschauen! Ab dem Punkt, an dem dich jemand Anderes klein gemacht hat und du anfingst, das zu glauben, hast du angefangen, an dir selbst vorbei zu leben!

Dieser innere liebevolle, wundervolle, lebendige Teil in dir, dieses wundervolle junge Mädchen, du wurdest schlecht gemacht, auf einmal durftest du nicht mehr sein.

Du hast geglaubt, dass du hässlich bist und du hast geglaubt, dass dich Niemand mögen wird. Und auch, dass du nicht liebenswürdig bist, weil irgendwas mit dir nicht stimmt.

Das tut weh, das ist nicht schön!

Du könntest jetzt die Schuld bei demjenigen suchen, der dir das gesagt hat, aber letztendlich bist du diejenige, die es geglaubt und angenommen hat. Und über die Jahre hinweg warst es auch du, die sich das immer wieder gesagt hat. Zum Glück!

Der Schmerz und die Traurigkeit sind geblieben, da tief drinnen. Das kleine Kind, welches denkt, sie sei hässlich und Niemand würde sie mögen, es ist immer noch da. Aber weil es sich so traurig und schwach schlecht lebt und das Leben so nur schwer weitergehen kann, hast du angefangen, dich zu stärken und dir im Außen etwas zu suchen, was besser ist. Etwas, was funktioniert und den Schmerz überdeckt.

Du hast angefangen, dich an den Anderen zu orientieren und dich zu vergleichen und dann hast du es ihnen nachgemacht, die Fassade funktionierte gut. Die Situation verbesserte sich. Und doch, ist das kleine Mädchen immer noch da, traurig, verletzt. In dir!

Die Fassade ist nicht perfekt. Sie funktioniert nur in bestimmten Situationen unter bestimmten Bedingungen. Jetzt, wo es näher wird, fängt sie an zu bröckeln und ihre Grenzen zu erreichen. Du kannst sie verteidigen und Andere, die näher wollen, abblocken…

Jetzt hast du die Wahl, fliehst du oder bleibst du? Schaust du hin, oder lässt du das kleine Mädchen wieder zurück und baust dir eine neue Fassade auf, indem du guckst, was Andere machen und das auch einfach machst?

Du hast die Wahl!

Irgendwann kommt eine neue Situation und auch da wird wieder eine Grenze erreicht sein. Die Fassade wird wieder bröckeln und das kleine Mädchen wird immer noch verletzt sein, denn mit jeder Entscheidung, so wie die Anderen sein zu wollen, entscheidest du dich automatisch gegen dich selbst, gegen dieses kleine Mädchen.

Was kannst du nun tun?

…innerlich glaubst du wahrscheinlich unbewusst, dass es nicht liebenswürdig ist…

Wer ist eigentlich dieses kleine Mädchen? Und warum sind die Anderen besser als dieses kleine Mädchen? Warum hat es dieses kleine Mädchen nicht verdient, geliebt zu werden?

Ist es weniger wert, weil es nicht, wie Andere ist?

Indem du immer sein willst, wie die Anderen, weil du glaubst, dann liebenswürdig zu sein und gemocht zu werden, verpasst du dein Glück und deine Freude.

Denn, so doof es vielleicht jetzt auch klingen mag: du wirst nie wie jemand Anderes und wie die Leute in deinem Außen sein. Und das ist auch gut so! Du bist 24h am Tag deines gesamtes Lebens mit dir zusammen, verbringst diese Zeit aber damit, nicht du zu sein, sondern immer mehr so, wie jemand Anderes zu werden.

Warum eigentlich?

Wann willst du anfangen, dich selbst kennenzulernen?

Wann wirst du entdecken, wie einzigartig du bist und, dass es dort draußen Niemanden gibt, der so ist, wie du?

Dieses wunderhübsche Mädchen, voller Lebendigkeit und Liebe!

Wann willst du es endlich in den Arm nehmen und sagen: Du, du bist wunderschön! ?

Wann willst du ihr endlich erklären, dass das, was du ihr so lange immer wieder erzählt hast, dass das gar nicht wahr ist! Dass dir das Irgendjemand, irgendwann mal gesagt hat und du noch so klein warst und vertraut hast und es einfach geglaubt hast?! Dass das damals für dich das Beste war, weil du vielleicht sonst haue bekommen hättest, weil du so wundervoll bist und derjenige, der dir das gesagt hat, nicht wollte, dass du deine Schönheit und Einzigartigkeit in die Welt strahlst, vielleicht aus Neid?!

Was auch immer du da über dich geglaubt hast, warum auch immer du dich klein gemacht hast mit deinen Gedanken, JETZT ist der Zeitpunkt, für dich da zu sein. Du bist heute nicht mehr dieses kleine verletzte Mädchen, welches abhängig von ihrem Umfeld war.

Heute bist du, du.

Vielleicht hast du noch ein paar Fassaden in dir, ein paar Verhalten, wo du merkst, das Mädchen will raus, es ist mehr als das, was ich gerade zeige.

Du hast immer die Wahl! Jeden Tag, jeden Moment!

Hör auf, deine Fassaden zu verurteilen! Du kannst weiterhin dich darüber ärgern, dass sie da sind, und dich klein, schwach und machtlos fühlen. Das ist ok, und manchmal tut das gut, aber dann frag dich: Wie fühlt sich das an? Will ich weiterhin so denken?

Was bringt es mir, mich mit meinen Verhaltensweisen und Fassaden so zu bemitleiden?

Das Leben ist eine Reise und unser Inneres der Kompass.

Wann willst du hinter diese Fassade schauen und dich befreien?

Was hält dich noch zurück? Wo spürst du ein „Aber…“, ein Drücken?

Ich kenne diesen Weg und ich weiß, wie beängstigend das sein kann, dahinter zu schauen. Und vielleicht spürst du auch, dass da mehr ist, aber du weißt nicht, wie du das machen sollst und wo du anfangen kannst. Wenn du willst, melde dich gern bei mir! Ich kann dir gut zuhören und dich auf deinem Weg unterstützen.

Alles Liebe für dich,
Nadin

Avery

Hier gebe ich dir Raum und begleite dich dabei, dir näher zu kommen und deine Herausforderungen mit dir gemeinsam zu überwinden.

Dabei höre ich dir aufmerksam zu und stelle dir immer wieder Fragen, um Klarheit in deine derzeitige Situation zu bringen. Es geht dabei nicht darum, dass ich dir irgendeine Lösung nenne und fertig ist, sondern es geht um dich. Ich kann meine Erfahrungen mit dir teilen, aber das heißt nicht, dass dein Weg genauso wie meiner aussieht. Es liegt mir am Herzen, dass ich dich dabei unterstütze, deinen Weg zu finden, sodass du allein laufen kannst. Gemeinsam finden wir heraus, was dich ausmacht und wer du wirklich bist.

Ich begleite dich auf eine sanfte Weise und wir gehen in deinem Tempo.

Deswegen biete ich dir auch an, dich zunächst per Mail oder Chat mit mir auszutauschen. Wir können auch gern Telefonieren oder Whatsapp-Sprachnachrichten senden. Im Idealfall Skypen wir miteinander oder Treffen uns. Ganz wie du magst und wie es sich für dich stimmig anfühlt.

Hast du das Gefühl, ja, das würde ich gern ausprobieren?

Dann schreib mir einfach eine Mail an: nadin.weisze@web.de

Ich freue mich, von dir zu hören. Alles Liebe, Nadin

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Grenzüberschreitung – Wie mein Fühlen mein Wissen bereichern kann

Hallo,

ich finde den Zusammenhang spannend, dass wir Menschen durch unsere Wahrnehmung mittels unserer Sinne beschränkt sind. Wir sind nur Menschen und glauben dennoch, irgendwie mit unserem Verstand alles fassen zu können. Dabei ist es so, dass unsere Wahrnehmung die Informationen in unserer Umgebung filtert. Nur ein Bruchteil dieser kommen in unserem Gehirn wirklich zur Verarbeitung an.

Unter dieser Voraussetzung ist es eigentlich ein Irrglaube, dass das, was wir mit unserem Verstand fassen und mit Regeln und Gesetzen erklären können, alles ist!

Innerlich habe ich deswegen etwas dagegen, dass wir für alles eine Erklärung und einen logischen Beweis finden müssen, damit wir Sachen annehmen und glauben können. Wir Menschen sind ständig dabei uns weiterzuentwickeln, die Wissenschaft unterliegt unseren eigenen Grenzen und deswegen ist es eigentlich sinnvoll, wenn wir über diese Grenzen hinaus gehen und mehr als das reine Wissen einfließen lassen.

Ich glaube, dass das Fühlen den Weg des Wissens in einer gewissen Weise bereichern kann.

Etwas weckt unser Interesse, wir fühlen uns quasi dort hingezogen und dann versuchen wir es zu verstehen, zu erforschen und zu entdecken.

Und genau da greift dann das Wissen ein.

Der umgekehrte Weg, bei dem wir Dinge lernen, für die wir innerlich gar keine Resonanz fühlen, ist derjenige, der mir zuwider ist. Warum soll ich Dinge lernen, für die ich innerlich Null Interesse habe? Wenn da keine Resonanz ist, kein bisschen Freude oder so lebhafte Neugier, warum sollte ich dann in die Richtung gehen und mich dafür entscheiden? Ich glaube nicht, dass mich das erfüllen kann, also nicht innerlich, weil da einfach nicht die Verbindung da ist. Es passt vielleicht zu dem, was ich vorher schon gelernt habe, aber wenn da keine innerliche Begeisterung ist…

Ich merke, dass ich darauf reagiere und zwar aus dem Grund, weil ich früher so war, dass ich Dinge tat, um sie zu tun, weil ich nichts Besseres wusste und irgendwie muss man ja irgendwas machen… aber das ist nicht wahr!

Früher wusste ich es nicht besser, mir fehlte das Wissen, wie ich diese innerliche Begeisterung finde und, dass es anders geht und anders sein darf.

Heute kann ich schauen, was innerlich mit mir in Resonanz geht und ich folge dem.

Voller Neugier, wo es mich hinzieht. 

Ist das nicht auch viel effektiver? Wenn ich nämlich große Begeisterung für ein Thema mitbringe, weil es mich magisch dazu hinzieht, dann will ich alles darüber wissen und sauge alle Informationen regelrecht auf. Irgendwann bin ich Experte darin und das Wissen bereichert mich und gibt mir einen immer größeren Blick auf das, was mich da angezogen hat. Ich brauche nicht dasitzen und mir Dinge anschauen und in mich hineinprügeln, die mich nicht wirklich interessieren und wo ich vielleicht einen Hauch schlechte Laune bekomme, wenn ich nur daran denke.

Begeisterung und Freude kommen, glaube ich, wenn es innerlich mit uns in Resonanz geht.

Ich denke auch, dass Jeder so etwas hat, was ihn anzieht und, wo er so richtig, richtig drin aufgehen würde, wenn er darauf hören würde, sich trauen würde. Sich trauen den Weg zu gehen und sich selbst zu begegnen, alte Glaubenssätze aufzulösen, Verantwortung zu übernehmen.

Ist aber eben immer auch eine Sache von Prioritäten und Selbstliebe,ne?!

Mich zieht es auf den Weg, nach Innen zu hören und hinzufühlen, was ich wirklich will.

Ich möchte meine Zeit nicht mehr damit verbringen, mir Sachen in den Kopf zu prügeln, um etwas zu lernen, weil ich glaube, etwas lernen zu müssen.

Und nicht nur lernen, sondern auch machen.

Ich möchte Nichts mehr machen, was mir schadet, wo ich keinen Sinn drin sehe und wozu ich mich zwinge oder es nur tue, weil ich glaube, ich müsste es tun.

Warum denn bitte?

Ich gehe danach, was mir Freude bereitet und mich begeistert, mich bereichert und mich erfüllt.

Keine Ahnung, wo mich das hinführen wird, aber so lange ich mit meiner Begeisterung und Freude gehe, glaube ich auf einem guten Weg zu sein, dem ich vertrauen kann.

Das Leben meint es gut mit mir. 

Gleichzeitig befürchte ich und merke ich, dass mir viele Steine in den Weg fallen, dass ich Grenzen überwinden muss und ich herausgefordert werde. Und auch ist es klar, dass sich mein jetziges Leben verändern wird. Denn das Leben ist ein Prozess und wie es so schön heißt: die einzige Konstante ist die Veränderung.

Ich merke, was mir gut tut und was nicht. Zu Dingen, die mich erfüllen oder meine Neugier erwecken, fühle ich mich hingezogen. Zu Dingen, die mir schaden, mich runterziehen, mich schlecht fühlen lassen, fühle ich mich eher abgestoßen.

Und auch merke ich, dass das Leben zu kurz ist, um es mit Dingen zu verbringen, die ich scheinbar machen muss, die sich nicht stimmig anfühlen und die mir schaden.

„Sollte nicht all das Leid, welches ich in meinem Leben erfahren habe, ausreichen, um Entscheidungen zu treffen, die mir gut tun? Sollte nicht die Selbstliebe und mein Wohlergehen das sein, was mich lenkt und bewegt?“

Das habe ich mich gefragt.

JA! und JA! waren die Antworten.

Wenn ich nicht auf mich aufpasse und mich für meine Bedürfnisse und mein Wohlergehen einsetze, wer sollte das dann tun?

Wer steckt wirklich in mir drin und kann fühlen, was in mir vorgeht und kann entscheiden, was ich wirklich will, fühle und denke?

Das bin nur ich und nur ich kann mein Leben leben und nur ich kann es machen, dass es mir gut geht. Ich darf auf mich hören und hinfühlen und ich darf die wichtigste Person in meinem Leben sein!

Genauso, wie du die wichtigste Person in deinem Leben sein solltest!

Wir können den Umweg gehen und versuchen, Jemand anderen glücklich zu machen, um dann vielleicht seine Anerkennung, Liebe und Bestätigung dafür zu bekommen, damit wir uns selbst etwas wertgeschätzt und erfüllt fühlen.

Aber damit machen wir uns abhängig, gehen einen Umweg und wir bekommen nur einen Bruchteil dessen, was wir wirklich brauchen:

…nämlich unsere Liebe, unsere Anerkennung und unsere Unterstützung.

Ich glaube, wirklich vollkommen und glücklich lässt es sich auf dem Umweg nicht sein.

Was muss für dich passieren, damit du die Verantwortung für dein Leben übernimmst?

Mein Weg war krass und ich wünsche mir, dass du nicht erst an die unterste Grenze des Lebens stoßen musst, um zu realisieren, dass du so ein Leben nicht möchtest und, dass das Leben mehr ist.

Es kann glaube ich auch schon nur ein wenig Unzufriedenheit ausreichen, um zu handeln, um zu hinterfragen und um etwas zu verändern. Oder ein erschütterndes Ereignis in deinem Umfeld, was dich nachdenklich macht.

Es ist ein Prozess und ich bin auf dem Weg.

Das Leben ist eine Reise und unser Inneres der Kompass.

Und ja… das ist ein Weg… das geht nicht von Heute auf Morgen. Leider nicht und es wird auch immer wieder schmerzhaft. Angst und Zweifel reihen sich ebenfalls immer wieder ein.

Es ist spannend, es ist lebendig und es bewegt sich.

Seitdem ich mich für den Weg bewusst entschieden habe, kommen immer mehr neue und wundervolle Dinge in mein Leben. Es fühlt sich gut an und ich lerne viel.

Ich bin gerade dabei immer mehr Verantwortung zu übernehmen und genau hinzufühlen, was tut mir wirklich gut und womit möchte ich wirklich meine Zeit verbringen. Die Dinge, die mir schaden reduziere ich und die freigewordene Zeit fülle ich immer mehr mit dem auf, was mich innerlich anzieht und erfüllt; was mir Freude bereitet.

Nach und nach und gefühlt zur richtigen Zeit fallen mir immer wieder Punkte auf, an denen es drückt und die mir nicht mehr so passen, die sich nicht mehr stimmig anfühlen.

Ich schau dann genauer hin, was das mit mir macht, was da los ist. Mal sehe ich es gleich und mal lässt die Klarheit auf sich warten. Mal kann ich leicht loslassen und mich mit dem Neuen öffnen, mal traue ich mich noch nicht, wirklich hinzufühlen und es nach Außen zu tragen.

Und doch bewegt es mich.

Wonach gehst du in deinem Leben? Und wie wichtig bist du dir?

Ich freue mich über deine Antwort und vielleicht sind wir auf dem selben Weg und können uns dazu austauschen und ein paar Schritte gemeinsam gehen. Meld dich auch gern, falls du irgendwo hängst und Unterstützung brauchst. Bisher bin ich noch am Möglichkeiten suchen, meine Erfahrungen mit dir zu teilen. Dankeschön!

Das Leben ist eine Reise und unser Inneres der Kompass.

Alles Liebe,
Nadin

Über das Schreiben und die Angst, sich selbst zu begegnen

Hallo,

„eine Schreibübung: Nimm dir 20 Minuten Zeit, setz dich mit Papier und Stift oder einem leeren Dokument auf deinem Pc hin und notiere dir folgendes Thema: „Was würdest du heute wirklich tun, wenn du morgen nicht mehr lebst?“. Stell dir einen Wecker oder schau auf die Uhr und fang an zu schreiben.“

So oder so ähnlich beginnen mehrere Schreibübungen, die helfen, die Gedanken in Fluss zu bringen.

Hast dus mal ausprobiert?

Ich schon und ich finde es unglaublich erstaunlich, was sich da so bewegt. Am Anfang sagt der Kopf und der Verstand: „Nein, ich kann nicht schreiben, ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll und außerdem kann ich mich nicht ausdrücken. Schreiben ist einfach nicht meins.“ Ja, kann ich voll verstehen. Doch ich weiß nun, dass das Schreiben viel bewegen kann und ich glaube, dass wir immer, wenn wir glauben, nicht schreiben zu können, wir uns selbst einen Stein in den Weg legen.

Ist es wirklich wahr, dass wir nicht schreiben können?

Jeder kann schreiben! Ohne Scheiß jetzt! Wenn ich denke, ich kann das nicht, dann kann ich es auch nicht. Wenn ich aber über diesen Punkt drüber gehe merke ich: Sobald ich beim Schreiben stocke, habe ich einen Gedanken gedacht, der das, was gerade raus wollte, abwertete. Zum Beispiel dachte ich dann: Nee, so kannst du das nicht sagen. Oder: Wen interessiert das eigentlich. Oder: Das ist so unwichtig. Oder: Ich kann eh nicht schreiben. Klar, wenn ich solche Gedanken denke, dann ist das, wie eine Tür, die sich schließt und gegen die ich dann renne. Dann fließt Nichts mehr.

Aber stell dir vor, du könntest diesen Punkt überwinden.

Stell dir vor, du würdest diesen Gedanken nicht die Kraft geben, dass sie dich blockieren. Was dann passiert, liebe ich! Auf einmal fängt es an zu fließen, auf einmal kommt Lebendigkeit ins Spiel und auf einmal darf alles sein. Die Gedanken, die mich ins Stocken bringen, gehören einfach dazu, die dürfen auch sein. Ich schreibe sie einfach auf und dann noch viel weiter. Manchmal ändert sich dann auch noch einmal die Richtung. Es stellt sich heraus, dass das Vorherige, nicht das war, was gerade wirklich raus wollte. Und bei den blockierenden Gedanken merkte ich teilweise: Es sind nicht meine Gedanken, sondern welche, die ich irgendwann mal gehört habe, die sich eingebrannt haben und die mich klein machen wollten.

Unwahrheiten. Und da kann ich reingehen.

Hallo, ihr negativen Gedanken. Ich weiß, ihr wollt mich hindern, einfach ich zu sein. Das ist auch ok, denn damals war es gut, dass ihr da wart, denn dann gab es keinen Ärger und es war für unser Umfeld weniger anstrengend. Denn ein lebendiges, plapperndes Kind, welches nicht tut und schreibt, was es schreiben soll, das ist anstrengend, das passt da nicht rein. Also schön leise sein und machen, was gesagt wird. Ok… und heute?

Heute darf ich sein, heute kann ich sein, heute muss ich Niemandem mehr gehorchen oder gefallen.

Ich brauche nicht mehr angepasst sein und deswegen kann ich einfach fließen und das heraus lassen, was heraus will. Ich kann mich selbst komplett wahrnehmen, mir allen meinen Ecken und Kanten. Und meine Gedanken kann ich aufschreiben. Ich kann schreiben und meine Gedanken sind ok, meine Gedanken dürfen fließen. Ich weiß vorher auch nicht immer, was sie heute sagen wollen und doch tun sie es einfach.

Wenn ich glaube, vorher wissen zu müssen, was passiert, dann schränke ich mich selbst ein.

Ich wollte das eine lange Zeit, weil ich Angst vor der Zukunft und vor dem Neuen hatte, Ich erwarte dann, dass ich ein Übermensch bin, ein Hellseher, der in die Zukunft schauen kann, aber hey, das bin ich nicht und ich glaube, dass Niemand zu 100% sagen kann, was morgen passieren wird. Aber warum will ich das? Wenn ich weiß, was passieren wird, dann kann ich mich vorher mit meinem Verstand darauf einstellen. Ich kann mir vorher alles überlegen, was genau passieren wird, wie ich mich verhalten werde usw. Und warum? Es gab mir Sicherheit, weil ich ja eben Angst vor dem Neuen hatte. Ja, das ist so ein Verhalten. Total verständlich, wenn ich es heute betrachte. Ich konnte eben nicht mit unerwarteten Situationen umgehen: Was sollte ich dann tun? Wie sollte ich mich verhalten? Was, wenn etwas schief geht?… aber das ist auch wieder ein anderes Thema. Vielleicht mache ich dazu noch einmal einen separaten Eintrag…

Zurück zum Schreibfluss. Meine Gedanken dürfen fließen und einfach sein und ich brauche vorher nicht schon zu wissen, was ich schreibe. Ich kann ihnen einen Rahmen vorgeben, aber dann schaue ich, was aus mir heraus kommt.

Mir hat das Schreiben einfach unglaublich weitergeholfen und ich würde es Jedem empfehlen, es einfach mal auszuprobieren. Sich wirklich einfach mal hinzusetzen, und seine Gedanken fließen zu lassen. Beim Schreiben sind die Gedanken nach meinem Empfinden auch langsamer und klarer.

Und das Beste: Das Gefühl danach. Diese Ruhe. Dieses Sein. Diese Klarheit. Diese Erleichterung. Diese Verbundenheit.

Für mich ist das Schreiben ein Weg, mir näher zu kommen und mich mit mir auseinanderzusetzen. Am Anfang war es gruselig, sich mit mir selbst zu konfrontieren und ich glaube, dass das auch irgendwie vom Verstand her gesteuert ist. Der versucht ja auch immer, uns irgendwie abzulenken, um eben nicht genauer hinzuschauen. Aber eigentlich ist das total doof.

Denn, wenn wir nicht wissen, wer wir sind und was wirklich in uns vorgeht, wie wollen wir dann unser Leben leben und glücklich sein? Woher wissen wir dann, was uns wirklich wirklich wichtig ist und was uns wirklich wirklich glücklich macht?

Ich wusste es früher nicht und ich nahm mir auch nie die Zeit, mich damit zu beschäftigen. Keine Zeit für mich.

Doch was wäre, wenn wir morgen wirklich sterben würden?!

Heute nehme ich mir regelmäßig Zeit, um in mich hineinzuhören, was da los ist. Ich schaue, was mir wichtig ist und was mich bewegt, was mich beschäftigt. Diese Zeit gönne ich mir und ich merke, je mehr ich bei mir selbst bin, desto klarer sind meine Gedanken und desto genauer kann ich bestimmen, in welche Richtung ich heute gehe. Und auch, wo es sich wirklich lohnt Energie reinzustecken und wo ich vielleicht lieber nochmal genauer hinschaue.

Welchen Weg wählst du, dir selbst zu begegnen? Hast du das Schreiben mal probiert? Einige andere Wege sind ja auch zum Beispiel das Videos drehen, das pure Nachdenken, Spazierengehen, Meditieren oder Yogan. Fällt dir noch etwas ein?

Alles Liebe,
Nadin

Mich erkennen – (m)eine Geschichte

Hallo,

wenn ich zurück denke, dann gab es da Momente, in denen ich verzweifelt und traurig auf meinem Bett lag. Ich fühlte mich allein und irgendwie wusste ich Nichts so richtig mit mir anzufangen. Die Dinge, die mir früher mal Spaß gemacht hatten, die bedeuteten mir nicht mehr so viel und irgendwie war einfach alles mega unschön. Gefühlt waren meine Freunde draußen in der Welt, hatten Spaß, lachten und lebten. Aber ich fühlte mich nicht mehr dazugehörig, für mich interessierte sich Niemand mehr so richtig. Das sagten mir zumindest meine Gedanken. Wenn ich mit ihnen zusammen war, wollte ich irgendwie über die Dinge sprechen, die mich bewegten und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ich würde sie damit nur belasten… deswegen zog ich mich lieber zurück, um vielleicht auch selbst nicht darüber zu sprechen. Stattdessen versuchte ich mich selbst so gut es ging abzulenken, für die Arbeit oder Uni gab es eh immer etwas zu tun oder auch so, gibt es immer Aufgaben oder Beschäftigungen

… um in Wirklichkeit, nicht über mich selbst nachdenken zu müssen.

Ich, wie ich dort jetzt so betrachtet liege und mich so hundeelend fühle, ich würde mich heute erst einmal ganz lieb in den Arm nehmen und sagen, es ist okay, komm ich nehm dich an die Hand und wir gehen da gemeinsam raus, zurück ins Leben! Denn es fühlte sich damals so unglaublich scheiße an und das allein durchstehen?! Neeeee, niemals…

Und ja, genau so fühlte ich mich. Ich lag dort und fühlte mich einfach so allein, verlassen und traurig. Irgendwie wollte ich zwar, aber irgendwie konnte ich nicht…

… und schon gar nicht, wusste ich, wie genau ich irgendetwas verändern sollte.

Falls du dich in meinen Worten wiederfindest, dann fühl auch du dich lieb in den Arm genommen. Vielleicht kennst du auch einen Teil dieser Gefühle und Gedanken. Egal, wie du dich gerade fühlst, wie es dir geht, es ist okay und es gibt einen Weg da raus, rein ins Leben!

Also natürlich nur, wenn du willst, ne?!

Ich möchte folgende Gedanken gern mit dir teilen.

Es war einmal ein kleiner Funken Leben, irgendwo dort draußen im Universum.

Er schwirrte durch die Galaxien, huschte vorbei an Planeten und Sonnensystemen und genoss es, frei und lebendig zu sein. Eines Tages kam sein großer Tag: Es geht auf die Erde ins Leben, in einen Körper und dort wirst du weiterhin leben und lebendig sein können, wurde ihm gesagt. Der große Tag kam also, es war auch deiner, denn dieser Tag, war der Tag deiner Geburt:

Alles Gute zum Geburtstag!

Du erblicktest das Licht der Welt. In einem Raum voller Menschen, grellem Licht und Kälte… da lagst du so, schriest um dein Leben und befandest dich nun auf der Welt in deinem Körper. Noch warst du nicht so ganz da; denn deinen Körper zu spüren und dich selbst zu versorgen, das musstest du erst noch lernen. Die ersten Jahre warst du also auf dein Umfeld, auf deine Eltern angewiesen. Sie gaben dir Essen, Trinken, Liebe und legten dich Schlafen. Sie kümmerten sich um dich, wenn du geschrien hast. Das Schreien interpretierten sie auf ihre eigene Art: manchmal bekamst du Nahrung, manchmal eine Umarmung oder frische Windeln. Du wurdest umsorgt und gepflegt. So, wie es deine Eltern und das Umfeld eben deuten konnte, was du gerade brauchtest.

Deine Eltern waren auch nur Menschen, die auf die gleiche Art und Weise das Licht der Welt erblickt hatten. Auch sie wurden von ihren Eltern und ihrem Umfeld großgezogen, genährt und geliebt, so gut es eben ging. Und auch die Menschen in deinem Umfeld, die, denen du täglich auf der Straße begegnest, mit denen du zur Schule gegangen bist und alle deine Freunde und Bekannte; alle sie erblickten irgendwann einmal auf gleiche Art und Weise das Licht der Welt. Schon faszinierend. Findest du nicht auch? Und jeder dieser menschlichen Wesen, wurde in einen ganz eigenen Körper geboren. Jeder dieser Körper sieht anders aus. Und in jedem dieser Körper wohnt ein anderer Mensch!

Wir wurden also geboren…

…umsorgt, genährt und irgendwann konnten wir Laufen. Endlich konnten wir die Welt auf eigene Faust erkunden. Einen Schritt vor den Anderen stapften wir voller Eifer und Neugier von Tag zu Tag durch die Gegend und entdeckten neue Sachen: erstmal schauen, was hier überhaupt so los ist. Manchmal fielen wir hin, da konnten wir gleich die Chance nutzen, um zu schauen, was hier unten überhaupt los ist. Und wenn das gereicht hat, stellten wir uns wieder hin, und erkundeten die Welt weiter.

Wir machten es einfach…

So vergingen viele Jahre. Die Meisten von uns gingen in den Kindergarten, kamen in die Schule und trafen Freunde. Im Laufe des Lebens geht jeder seinen Weg weiter: für die Einen geht es in die Ausbildung, Andere studierten und wieder Andere bekamen vielleicht schon Kinder. … wie auch immer das Leben verlief, wo auch immer du lang liefst:

… weißt du, wer immer bei dir war?

An irgendeinem Punkt in unserem Leben werden wir klein gemacht, nicht böse gemeint oder beabsichtigt: Uns werden einfach Dinge von den Erwachsenen verboten, die wir nicht machen sollen; wir sollen leise sein, unsere Hausaufgaben machen, schneller laufen, das nicht in die Hand nehmen und so weiter… in der Schule dann vergleichen wir uns mit Anderen, der Eine ist besser, der Andere schlechter; einer hatte gute Noten in der Arbeit und wir vielleicht wieder nur die Schlechten.

Egal, wie es war: Diese Erfahrungen und Gedanken prägen unser Bild, welches wir selbst von uns haben.

Irgendwann fangen wir dann sogar selbst an, diese Gedanken zu uns zu sagen: Wir seien schlecht, müssen uns endlich mal mehr anstrengen, dick sehen wir wieder aus, wenn wir uns den Anderen anschauen. Viele, viele Sätze kreisen in unseren Köpfen herum und wirken sich auf unser Wohl aus. Werden es zu viele Unwahrheiten, die wir dort über uns glauben, dann fühlen wir uns immer kleiner und unvollkommener. Denn so, wie die Anderen sind, so sind wir nun einmal nicht. Und… so werden wir auch niemals sein. Doof gelaufen, wenn wir es aber doch gern sein wollen, weil wir ja sehen, dass die Anderen viel besser sind. Du beginnst, dich schwächer und allein zu fühlen.

Du merkst, dass du eben nicht so, wie die Anderen bist.

Egal, welche Erfahrung du gemacht hast, und egal, was du dort über dich für Gedanken glaubst und wie du dich fühlst: Jetzt gerade bist du hier! Du sitzt oder liegst dort, auf deinem Stuhl, auf deiner Couch, in der Bahn oder wo du dich auch gerade befindest. Hier, genau hier bist du, jetzt! Und weißt du was? Genau bis hier bist DU gekommen! Du bist hier her gegangen. Seitdem du geboren wurdest, bist du jeden Tag Schritt für Schritt durch dein Leben gestapft. Egal, was du getan hast, egal wie schnell oder langsam du dich dabei gefühlt hast.

Du hast stets einen Begleiter gehabt: Du warst niemals allein!

Jeden Morgen, wenn du die Augen aufgemacht hast, war er bei dir! Und jeden Abend, wenn du dich in dein Bett gelegt hast, ebenfalls. Als du geboren wurdest war er da und wenn du stirbst, wird er immernoch bei dir sein.

Dieser Begleiter, das bist DU!

Du gehst mit dir dein gesamtes Leben. Jeden einzelnen Tag, Schritt für Schritt. Seitdem du geboren wurdest, begleitest du dich jede einzelne Milisekunde; jeden Atemzug teilst du mit dir selbst. Seit deiner Geburt! Weißt du, was das bedeutet? Nein? Ich werde es dir sagen: Seit deiner Geburt hast du jede Entscheidung, alles, was passiert ist, selbst getroffen.

Das glaubst du nicht?

Wenn dir jemand etwas in den Mund gesteckt hast, hast du entschieden, dass du es isst, dass du es nicht einfach wieder ausspuckst! In jedem Moment, in dem du mit Anderen zusammen warst, warst du dennoch mit dir selbst zusammen. Du hast dich entschieden, mit diesen Menschen deine Zeit zu verbringen.

Du stehst jeden Morgen auf, um die Dinge zu tun, für die du dich entscheidest!

Jede einzelne Sekunde, auch genau jetzt in diesem Moment. Du entscheidest dich, diese Zeilen hier zu lesen. Warum? Weil es scheinbar genau das Richtige in diesem Moment für dich ist. … weil du gerade das machst, was in deiner Macht steht. Das, was du dich traust und das, was sich momentan für dich ergibt, mehr geht gerade nicht, mehr muss gerade nicht. Es ist okay, was gerade passiert! Es ist ok, was du machst! Es ist ok, was du gibst!

Und es ist ok, dass du nicht wie die Anderen bist! Das ist vollkommen ok! Das ist sogar richtig, richtig gut!

Und noch was… ja, ich sage es jetzt noch einmal: Seit deiner Geburt bist du bei dir, begleitest dich! Das bedeutet genau genommen: Dass du jeden Tag deines bisherigen Lebens 24h am Tag mit dir zusammen bist. Diese Tage zusammen gerechnet und mit der Zeit, die du mit Anderen verbringst, verglichen, waren das viele Jahre und Jahrzehnte, die DU mit DIR zusammen warst! Jeden einzelnen Tag. Kein Anderer dort draußen kann das von dir behaupten! Niemand dort draußen war das, Niemand dort draußen kennt dich so gut!

Niemand dort draußen hat all das erlebt, was du erlebt hast!

Und Niemand dort draußen ist immer noch bei dir, so wie du es tust!

Du bist bei dir, und das schon dein gesamtes Leben lang!

Niemand dort draußen kann sich mit dir messen, denn Niemand dort draußen bist DU!

Und du kannst dich auch nicht mit den Anderen messen, denn du bist nicht die Anderen! Du bist Du, vollkommen und einzigartig!

Jede Situation dort draußen passiert einfach nur, und du, weil du diese Schritte durch dein gesamtes Leben gemacht hast, siehst die Situation durch deine eigene Lebenbrille, deine Erfahrungen wirken dort rein. Vielleicht hast du gelernt, dass diese Farbe lila ist, ein anderer hat diese als pink kennengelernt und ein Künstler, der schon tausende Farben in seinem Leben gemischt hat, würde sie vielleicht als verschwommenes altrosa bezeichnen. Du siehst alles, was dort draußen in der Welt los ist, auf deine ganz eigene Art und Weise, aufgrund deiner ganz eigenen geballten Erfahrungspower.

Du hattest vielleicht Wegbegleiter und triffst Weggefährten, die einen Teil mit dir gemeinsam zurück legen, ihr habt ähnliche Interessen und doch seht ihr diesen Weg durch euren Erfahrungsschleier, weswegen jede einzelne Situation um so vielschichtiger wird. Weißt du worauf ich hinaus will?

Du bist einzigartig und wundervoll, so wie du bist! Und du kannst dich entscheiden, für alles, was du willst! In jedem Moment!

Hast du dich schonmal aus diesem Blickwinkel betrachtet?

Alles Liebe, Nadin

Wo für mich das wirkliche Leben anfängt

Hallo,

am 02.06.2012 schrieb ich in mein Notizbuch Folgendes:

“Eine Veränderung passiert nicht von heute auf morgen. Das Leben ist ein Prozess und alles bewegt und verändert sich. Niemals geschieht eine Sache genauso, wie sie schon einmal geschehen ist. Und niemals wird etwas genauso sich ereignen, wie man es erwartet und es sich erhofft und vorstellt.

Das Leben passiert. Allerdings ist man dem nicht hilflos ausgesetzt. Jeder von uns kann aktiv selbstbestimmen, welchen Weg er einschlägt und was ihn voranbringt. Das Mensch strebt nach Selbstverwirklichung und Harmonie. Dinge, die schaden geht er aus dem Weg und vermeidet sie.

Wichtig ist es, sein Handeln und Verhalten zu hinterfragen und sich den Problemen zu stellen, um ein erfüllendes, wohltuendes Dasein zu genießen. Das Leben muss nicht grau und schwerfällig sein.

Wenn es das ist, dann ist man es sich selbst nicht wert, sich für etwas Besseres ins Handeln zu begeben und seine Träume und Ziele zu verwirklichen.”

Beeindruckend. Ich schrieb diese Zeilen damals in der Klinik nachdem ich realisiert hatte, dass ich bin, dass ich lebe und, dass ich es mir wert bin.

Es klingt selbstverständlich, wie ich das so schreibe. So, als wäre Nichts dabei und als wäre das so etwas, ja eben Selbstverständliches, was Jeder weiß und was Jeder in sich mit sich so herum trägt.

Doch ich glaube, dass es nicht so ist; dass der Verstand andere Geschichten erzählt.

Mein Verstand wünscht sich manchmal, dass eine Veränderung von heute auf morgen passiert. Und gleichzeitig wollte er auch immer, dass sich am besten Nichts verändert, sodass das sichere Konstrukt bestehen bleibt.

Und auch ist es so, dass ich am Liebsten in die Zukunft schauen wollte, um zu wissen, was als Nächstes passiert, weil das Gefühl, es nicht zu wissen mir Angst bereitete.

Die Gewohnheit war ein ständiger Begleiter.

In gewisser Weise tut sie auch gut. Denn, wenn ich gewohnt handel, dann braucht mein Gehirn weniger Energie, da mein Verhalten den Nervenbahnen folgt, die schon sehr ausgeprägt sind. Je dicker diese sind, desto schneller kann ich reagieren und handeln. Reiz zack Reaktion. Da brauch ich nicht viel nachdenken und hinterfragen erst recht nicht. Reiz zack Reaktion.

Und doch bin ich in den meisten Fällen kein großer Fan davon, weil so auch Vieles an mir vorbeigeht.

Ich liebe mittlerweile den Gedanken: Jeden Tag in jedem Moment, also auch genau jetzt, passiert etwas, was noch nie zuvor passiert ist. Jeder Moment ist einzigartig und in jedem Moment treffen Gegebenheiten aufeinander, die sich so noch nie ergeben haben. Selbst wenn ich jeden Tag den gleichen Weg laufe, so ist dies jeden Tag ein neuer Weg, denn niemals wird der gleiche Vogel zur gleichen Zeit auf dem gleichen Ast in dem gleichen Windzug, wie gestern zwitschern.

Ja, das sagt man so, hätte ich früher voller Überzeugung gesagt.

Heute weiß ich aus meiner Erfahrung, dass es wirklich so ist und etwas verändern kann, wenn man sich darauf einlässt.

Wenn ich in der Gewohnheit versunken bin, dann mache ich das, was ich immer mache, ohne dabei noch bewusst wahrzunehmen, was ich dort gerade WIRKLICH mache. Ich glaube dann immer den selben Weg zu gehen, aber sehe gar nicht, dass das gar nicht wahr ist.

Was halte ich denn noch alles so für wahr, obwohl es das nicht ist?

Wenn ich aufwache und bewusst wahrnehme, was eigentlich ist, dann kann ich aus dieser Gewohnheit ausbrechen. Dann kann jeder Moment zu dem werden, was er wirklich ist, etwas Einzigartiges, etwas Wundervolles. Ja, WUNDER voll. Denn in jedem Moment passiert etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Wenn ich loslasse und einfach schaue, was da ist, dann kann ich Dinge entdecken, an die ich niemals zuvor gedacht hätte.

Wenn ich loslasse, dann komme ich aus dem Kopf direkt in den Moment.

Dann lasse ich Gedanken los und bin einfach nur da. Im jetzigen Moment passieren auch keine Sorgen. Sorgen sind Gedanken, die uns verschleiern, die uns verblenden. Sie nehmen den Moment ein und lassen mich nicht frei spüren, was eigentlich gerade los ist.

Wenn ich also das Leben mehr leben und genießen will, wenn ich mich selbst erfüllen will, dann muss ich raus aus meinem Kopf kommen und direkt rein ins Leben.

Dann brauche ich nicht für alles einen Plan, dann darf ich auch mal einfach nur da sein und schauen, was in diesem Moment los ist.

Und dann kann ich auch die Angst und das Unwohlsein, welches dann aufkommen mag, weil dann vielleicht Sorgen aufsteigen, wie: Du musst doch noch das und das und das machen! Und: Nee, das ist ja total langweilig, was soll ich da schon sehen. Was bringt mir das?! Das ist doch sinnlos und schwachsinnig! Da passiert doch Nichts! Ja, dann kann ich diese Gedanken einfach Kopfsache lassen und trotzdem herausgehen, aus der Gewohnheit und für einen Moment einfach mal loslassen und sein.

Sobald ich aus der Gewohnheit ausbrechen will, meldet sich auch mein Verstand.

Er passt darauf auf, dass alles in seinen gewohnten Regeln abläuft. Er ist es auch, der mir dann die Sorgen, Ängste und Zweifel aufwirft, indem er versucht, das, was er nicht fassen kann, vorauszusagen. Und das fällt natürlich negativ aus, weil er nicht will, dass sich etwas verändert, weil er sich ja auf das, was er schon kennt, eingestellt hat. Dafür hat er ja seine Regeln und Gedankenbahnen in meinem Gehirn erschaffen, da muss jetzt auch nichts Neues so unbedingt rein. Läuft ja. Ja, lieber Verstand.

Und doch beginnt wirkliches Leben da, wo ich aus der Komfortzone, aus der Gewohnheit ausbreche.

Hier ist der Raum, an dem Entwicklung stattfinden kann. Hier kann ich herausfinden, wer ich wirklich bin und was ich wirklich, wirklich will. Hier kann ich meinen Verstand dankbar für das, was er bisher für mich getan und geregelt hat, abschalten und einen Moment lang einfach sein und schauen, was da wirklich ist. Hier sind meine Gedanken eben nur Gedanken und ich entscheide, ob ich ihnen Glauben schenke will oder eben nicht.

Hier ist auch der Moment und Ort, an dem ich mich neu entscheiden kann, an dem ich das Alte sein lassen kann.

Und hier kann ich lachen, weil ich lebendig und frei bin.

Und am Wichtigsten, hier ist auch der Moment, in dem ich anfangen kann, mich zu lieben und zu schätzen, wie ich bin. Mit allen meinen Ecken und Kanten, meinen Verhaltensweisen, die ich dort in meinem Kopf irgendwann einmal gelernt habe und mit allem, was ich sonst noch so mitbringe. Hier kann ich einfach sehen, wer ich wirklich bin und, was mir wirklich am Herzen liegt.

Hier bin ich einfach nur, und zwar mehr als das, was ich glaube zu sein.

Wer bist du, wenn du deine Komfortzone verlässt und aus der Gewohnheit für einen Moment ausbrichst?

Ich freue mich, wenn du es mit mir teilst.

Alles Liebe,
Nadin

Warum kann ich nicht einfach so, wie früher sein?!

Hallo,

„Warum bist du nicht einfach so, wie früher?“ Diese Frage wurde mir aus tiefster Sehnsucht und Verzweiflung gestellt. Tut mir leid, dass ich sie nicht einfach so ignorieren und als Frage stehen lassen kann. Ich finde sie wundervoll und sie bewegt eine Menge in mir. Danke dafür!

Früher, das ist der Zeitpunkt, an dem ich noch zur Schule ging. Die ersten zwei Semester meines Studiums.

Der Zeitpunkt bevor ich krank wurde.

Wenn ich zurück schaue, dann merke ich, ich habe mich stark verändert. Seitdem ich krank war und gesund wurde, habe ich mich innerlich um 180 Grad gedreht. Das Gefühl habe ich schon seit Langem.

Ich bin einmal ausgestiegen, einmal komplett raus aus meinem Umfeld, aus meinem alten Leben. Was folgte: Eine intensive Auseinandersetzung mit mir und dem Leben. Im Nachhinein würde ich das Jedem empfehlen.

Ja, ich bin nicht mehr die, die ich einmal war. Das ist wahr.

Wenn ich in das Ich von damals hineinfühle, dann fühle ich nicht viel. Dann merke ich, ich existiere einfach nur. Ich mache das, was irgendwie jeder macht und ich lebe ein normales Leben. Ich bin normal und fühle wenig. Ich bin angepasst. Ich halte mich zurück und befinde mich mit meinen Sinnen komplett im Außen. Ich schaue, was Andere machen und mache mit.

Ich bin ständig krank und lerne fleißig für die Schule oder Uni.

Tjaja… schließlich, will ich ja mal was werden; viel Geld verdienen, einen sicheren Job bekommen und eben das, was jeder so will. Ja, das gehört sich so und funktioniert ja auch. Und bis dahin hab ichs ja auch einfach so gemacht, so wie Jeder eben. So, wie mein Umfeld. Ich bin da und existiere. Ich überlebe. Meine Gewohnheit gibt mir Sicherheit. In meiner gewohnten Umgebung kann ich einfach so weiter funktionieren.

Wenn alle das machen, was eben gemacht wird, dann fällt es auch nicht auf.

Solange da keiner aus der Reihe tanzt, muss sich auch Nichts verändern. Das läuft dann eben so. Leben halt. Läuft und macht man so. Tut mir leid, dass ich aus der Reihe tanze…

Individualität? Lebendigkeit? Ich-Sein? Tiefe Freude? Aus vollem Herzen glücklich und unabhängig sein? Fehlanzeige. Angepasst und der Fokus eher auf dem Schlechten, weil ja verständlicherweise auch einfach viel Nicht so Gutes da ist. Läuft.

Ja, ich bin nicht mehr wie früher. Und darüber bin ich froh, sehr froh. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich gemacht habe. Ich bin dankbar dafür, dass ich fast gestorben wäre. Denn dadurch habe ich erkannt, was das Leben wirklich ist. Ich habe erfahren, dass das Leben mehr ist als das, was ich bisher kannte. Früher hätte ich das auch nicht geglaubt, da ich es selbst nicht erfahren habe. Ja, ich würde vielleicht immernoch funktionieren. Wäre immernoch ständig kränklich und würde denken, ach ey, scheiß Immunsystem, aber ist ja nun mal so.  Aber nein, das kann ich eben nicht mehr. Ich bin gefühlt aufgewacht.

Ich kann Nichts dafür. Und ich will Niemandem etwas Böses. Nur mir reicht eben nicht mehr, was davor war. Ich kann nicht mehr einfach nur wegschauen. Ich gebe mich mit Leid nicht mehr zufrieden und glaube, dass das für mich eben so sein müsste. Tja, scheiße ists für dich, es muss eben auch die Verlierer geben. Einige haben eben mehr Leid abbekommen als andere.. so ist das Leben.

Nein?! Jeder hat es verdient! Jeder! Du auch!

In dieser einen Nacht damals im Krankenhaus, in der ich nicht schlafen konnte, mich die Sondennahrung am Leben hielt, ich verzweifelt war und es mir wirklich schlecht ging.. In der ich keinen Sinn in all dem hier gesehen habe. In dieser einen Nacht änderte sich alles...Auf einmal sprach mein Herz zu mir.  …und ja, seitdem bin ich ein anderer Mensch. Seitdem lebe ich. Und zwar so richtig! So lebendig habe ich mich noch nie gefühlt. Es ist als wäre ich in dieser einen Nacht neu geboren worden.

Wenn dir so etwas passiert und du auf einmal die Welt aus einer völlig anderen Perspektive betrachtest.

Wenn du auf einmal dein gesamtes bisheriges Leben verstehen und annehmen kannst.

Wenn du weißt, warum die Dinge so passiert sind, wie sie passiert sind und du die Zusammenhänge siehst und weißt, warum alles so kam, wie es kam.

Und dazu dann auch noch spürst und weißt, wie du dein Leben verändern kannst.

Und du weißt woher dein Leid kommt, nämlich daher, weil dir etwas Entscheidendes gefehlt hat, dann kannst du dein Leben nicht mehr Leben, wie du es bisher gelebt hast.

Und, dann willst du es auch gar nicht, weil du realisierst, dass du davor nicht gelebt hast.

Nicht für dich. Und auf einmal fängt es an wehzutun.

Auf einmal fängst du an zu spüren, wenn du etwas gegen dich machst. Du merkst, wenn du Dinge tust, die nicht deinen Gedanken entspringen. Und ja, auf einmal konnte ich gar nicht anders, als mich selbst anzunehmen und zu lieben.

Und dabei ist es, für Einige: leider, geblieben.

Ich merke, wenn mir etwas nicht gut tut. Und ich bin dankbar dafür.

Früher habe ich ein sehr sensibles Gefühl dafür entwickelt, was andere Menschen brauchen, was andere Menschen fühlen, wie es anderen Menschen geht. Ich bin unbewusst darauf eingegangen. Ich habe gemerkt, wenn ich anderen Menschen etwas Gutes tue und ihnen dabei helfe, sie zufrieden zu machen, dann bekomme ich ein bisschen von ihrer Zufriedenheit ab. Dann geht es mir in gewisser Weise gut.

Diese Gabe ist heute natürlich nicht weg. Ich lernte sie anzunehmen.

Sie ist ein Teil von mir.

Ich spüre heute noch sehr deutlich, was Menschen eigentlich bewegt und auch, wenn sie sich selbst im Weg stehen. Und eben auch, wenn sie leiden. Und es ist noch immer mein Bedürfnis, dass es ihnen gut geht.

Nur, es hat sich etwas geändert.

Früher bin ich einfach unbewusst mitgeschwommen.

Ja, ich konnte gar nicht anders. Das war meine Überlebensstrategie. Bloß nicht anecken und es allen Anderen recht machen. Das war sicher, dann falle ich nicht auf. Wenn man das sein gesamtes Leben macht, dann wird das zur Gewohnheit. Und weh tun, tut es auch nicht, da man sich an Schmerzen gewöhnt. Dass man vermehrt krank wird, ist vielleicht komisch, kann aber auch als normal abgetan werden. Passiert halt…

Es hat sich etwas verändert.

Mein Bedürfnis ist es wie gesagt noch immer, Menschen dabei zu helfen, dass es ihnen gut geht. Damals wollte ich, dass sie zufrieden sind, dass einfach nur ihr Leid in diesem Moment kurz weg ist. Doch ich habe erlebt und erfahren, dass das Leben so viel mehr ist.

Ich habe erfahren, dass das Leben so, so wundervoll ist und, dass es das Leben gut meint, mit allem, was hier irgendwie so, Tag ein Tag aus passiert. Ich habe erlebt, wie es sich anfühlt wirklich, wirklich glücklich zu sein. Wie es ist, von Innen heraus zu strahlen und einfach dankbar dafür zu sein, dass ich lebe und liebe und lachen kann.

Das Gefühl der unbeschwerten Freiheit und die Leichtigkeit des Seins

Ja, das habe ich nun mal erlebt… Ich bin dankbar dafür. Und genau, weil ich es erlebt habe: Einmal wie es davor war, wo es zwar lief und man sich irgendwie so über Wasser gehalten hat. Und das, wie es jetzt ist, wie es danach ist. Ich kenne Beides und wenn ich die Wahl habe, dann wähle ich das, wie es jetzt ist. Ja, ich entscheide mich dafür, weil es einfach wundervoll ist.

Und genau das hat sich geändert.

Ich kann das, was ich erlebt habe, nicht wieder weg machen. Das ist passiert. Ich habe mich weiterentwickelt als Mensch.

Und: Ich spüre noch immer, wenn es meinem Gegenüber nicht gut geht, das ist geblieben. Nur jetzt gehe ich tiefer, weil ich die Zusammenhänge sehe und sie erfahren habe.

Ja, es ist beängstigend sich selbst zu begegnen. Ja, es kann weh tun. Ja, es ist nicht immer einfach. Und es war auch nicht immer einfach. Aber hey, es war und ist es sowas von wert.

Und ich würde es nicht wieder rückgängig machen wollen.

Da ist dieses Bedürfnis in mir, meine Erfahrung zu teilen. Ich möchte gern Menschen dabei unterstützen, das auch zu erleben. Ich habe auch das Gefühl, dass ich das kann.

Nur ja, du musst dafür bereit sein.

Und ja, seitdem bin ich ein anderer Mensch und wenn ich spüre, dass Menschen leiden, dann weiß ich, dass das dazu gehört, aber auch, dass das nicht länger so bleiben muss.

Und ich verspüre dann das tiefe Bedürfnis, ihnen zu helfen und meine Erfahrungen mit ihnen zu teilen. Denn ich spüre auch, dass sie genauso glücklich und fröhlich sein können. Und auch, wie sie das anstellen können.

Nur: Sie müssen dafür bereit sein.

Und ja, es kann sein, dass sie sich von mir entfernen… Das kann ich verstehen. Denn Menschen wollen nicht mit ihrem Schmerz konfrontiert werden. Menschen wollen nicht leiden. Das kann ich total verstehen. Ich wollte das auch nicht. Und habe mich auch davor gedrückt.

Und ich hatte auch AngstJa, ich kenn das, ich weiß, wie das ist.

Und ich weiß auch, dass es sich im alten Leid sicher anfühlt.

Und doch ist der Schmerz etwas, was einfach dazu gehört. Und wenn man genauer hinschaut, dann kann er so viel geben. Und in kürzester Zeit kann sich so viel verändern. 

Ich wollte auch lang nicht hin schauen, bis ich fast aufgegeben habe und es nicht mehr weit zum Tod war. Ja, war halt so. Und ja, ist halt ganz schön krass bei mir gewesen und das heißt ja nicht, dass es bei Anderen auch so verläuft.

Aber, darum geht es ja gar nicht wirklich… was ich für mich nur heute weiß, ist, dass das Leid, welches jetzt da ist, schon ausreichen sollte, um Nachdenken. 

Und, ich möchte Menschen dabei unterstützen, aus dem Leid und was damit zusammenhängt, auszusteigen.

Ich glaube, naja, nee, mehr noch: Ich bin davon überzeugt, dass es jeder Mensch verdient hat, glücklich zu sein, und zwar so richtig. So richtig, richtig doll!

Jeder Mensch hat es verdient, sich so richtig, richtig gut zu fühlen und voller Liebe zu sein.

Und, ich glaube auch, dass, wenn ganz viele Menschen das erleben und voller Liebe und Glück übersprudeln und das Beste auch ihrem Umfeld wünschen und mitgeben, weil sie wissen wie, weil sie es selbst erfahren haben, dann kann sich eine Menge in der Welt bewegen.

Große Gedanken und vielleicht ein wenig größenwahnsinnig.

Aber sind nun mal meine Gedanken… das ist mein Ziel, das kommt von Herzen. 

Was hält dich heute noch zurück?

Alles Liebe,
Nadin

Vom Schmerz und inneren Implus

Hallo,

ich habe gerade das Bedürfnis, ein wenig tiefer zu gehen. Vor einer Weile schrieb ich einen Artikel zum Thema Warum wir körperliche Schmerzen brauchen. Darauf will ich noch ein wenig näher eingehen, weil es mich gerade wieder betroffen hat und ich für mich eine Menge daraus ziehen konnte. Jetzt fühle ich mich freier und wieder ein Ticken lebendiger. Wundervoll!

Erst in der letzten Woche habe ich wieder ähnliches erlebt.

Ich fühlte mich angeschlagen, hatte Hals- und Ohrenschmerzen.

Meine erste Reaktion: Wie jetzt? Och nee, ich brauch doch gar keine Krankheit, läuft doch gerade richtig gut. Mittlerweile weiß ich aber auch, okay, da steckt mehr dahinter. Schauen wir also mal hin, was mir Mr. Körper da wieder sagen möchte. Was ist denn das Spannende, was ich daraus lernen kann?

Es war also an der Zeit, mal wieder nach Innen und auf mein Leben zu schauen…

Halsschmerzen. Ich hab soooooon Hals und irgendetwas bringe ich nicht zur Sprache. Et voilá: Ohrenschmerzen, wo ich scheinbar irgendetwas nicht hören will. Das Ganze steht auch für einen verdrängten Konflikt. Dass ich mit Wut und Konfliktsituationen meine Schwierigkeiten habe, war mir nichts Neues. Ich habe genauer hingeschaut:

Wo habe ich denn sonen Hals?

Die Frage war eigentlich schon fast überflüssig.

Seit ca. zwei Monaten war ich nun schon unzufrieden mit meiner Arbeit. Ich merkte, dass ich da nicht mehr reinpasse und dieser Job in meiner Zukunft keine Rolle mehr spielt. Gleichzeitig war ich genervt, wie ich mich behandeln ließ und welche Aufgaben ich erfüllte. Klar, das kann so laufen und ich bin ja da, um zu arbeiten. Anfangs hat es mir auch echt Spaß gemacht, da es ein Gegenstück zu meinem alten Bürojob war. Doch die Anfangsfreude war verpufft. Ich merkte mehr und mehr, dass es einfach nicht mehr passt für mich. Ich und meine Vorstellungen haben sich auch über die Reise hinweg verändert.

Im Gegensatz zu meinem alten Job hatte sich zwar schon Einiges verbessert: Die Message, die das neue Unternehmen vertritt, passte nun auch zu meinen inneren Überzeugungen, sodass ich nicht mehr länger Dinge tat, die mir wertlos erschienen. Der Umstand Zeit gegen Geld zu tauschen, war also anfangs noch ok. Doch ich merkte, immer, wenn ein Lob der Kunden kam, spielte sich Folgendes ab: Hey toll, danke, das freut mich. Aber gleichzeitig kam da auch innerlich: Hmmm.. okay, aber irgendwie ist es nicht ganz mein Werk und mein Schaffen. Ich erfülle und gebe weiter, aber bin eher ausführend und machend, anstatt wirklich mich darin zu sehen.

An diesem Punkt war ich vor einem Monat und dennoch habe ich das einfach so weiter laufen lassen und habe nicht auf diesen inneren Impuls gehört, der mir mitteilen wollte, dass es hier so nicht weiter geht. Ich habe mich einfach nicht getraut. Stattdessen versuchte ich, mir das immer irgendwie gut zu reden. Hallo Ohren- und Halsschmerzen, endlich macht ihr mit mir mal Halt.

Ja, es war also an der Zeit, etwas zu verändern, auf meinen inneren Impuls zu hören. Ich beschloss, mit meinem Chef zu reden und ihm die Situation zu erklären und, dass ich mich in der Zukunft nicht mehr hier sehe. Daraufhin kündigte ich. Klingt super easy, wie ich das hier so schreibe und total selbstverständlich.

Ja, passt nicht mehr, kündige ich eben…

…wenn es nicht mehr passt und es mich eben weiter zieht. Logisch! Aber nein, das war es nicht. Im Gegenteil ich hatte mega Angst mit ihm zu reden und auch, auf meinen inneren Impuls zu hören und ihm zu vertrauen. Gängigerweise versuche ich nämlich, dem aus dem Weg zu gehen. Achtung Gefahr, laaaauf! Damit stehe ich mir allerdings selbst im Weg. Ein Anteil in mir versucht dann auch noch, mich irgendwie schlecht zu machen, so von wegen: Ach mensch, jetzt reiß dich doch mal zusammen. Wir sind doch hier nicht bei Wünsch-dir-was. Manchmal muss man eben auch die Zähne zusammen beißen und das Aushalten und Durchziehen, irgendwann wird es bestimmt besser… Ja, das kenne ich und dann auch noch in jeder Situation den Fehler bei mir suchen und mich immer mehr anpassen und einengen, damit es irgendwie dem Anderen passt.

Jaaa… kann man machen. Ähhhm… aber nee!

Ich kann dich verstehen, lieber innerer Nachgeber und Nörgler und harter Kern, Kämpfer! Aber nein, es gibt da noch andere Wege und Möglichkeiten!

Das Leben darf auch einfach sein. Es darf sich gut anfühlen.

Es darf dir auch gut gehen, du darfst frei sein und du darfst auf deinen inneren Impuls hören. Du musst dich nicht immer fügen und Ja zu allem sagen, was sich innerlich aber eigentlich nicht so gut für dich anfühlt. Das muss nicht sein! Du hast es verdient, glücklich zu sein! Ja, auch du! Und, du darfst weiter gehen, wenn es sich für dich danach anfühlt.

Das Leben muss nicht immer aus Kämpfen und Durchhalten bestehen.

Und vor allem sollte es nicht aus Hoffen bestehen: Hoffen, dass es irgendwann vielleicht besser wird. Durch irgendein Wunderwerk wird sich schon etwas verändern. Irgendwann kommt der Prinz und rettet mich. Schön wärs, aber was ist, wenn er doch nicht kommt?! Wann realisiere ich das dann? Ich glaube, das führt dann nur dazu, dass ich immer mehr abstumpfe… Irgendwann ist die Stimme da drin dann immer leiser. Irgendwann hab ichs geschafft, dann merke ich nicht mehr, wer ich eigentlich bin und was meine Werte und Vorstellungen sind.

Nee, nee, nee. So muss das doch nicht! Lieber innerer Nörgeler und Kämpfer! Ich kann dich verstehen, aber und vielleicht genau deswegen möchte ich lieber leben und lieben.

Frei und glücklich sein. Und fühlen…

… fühlen, wenn etwas nicht mehr passt und mich einengt.

… aus körperlichen Schmerzen und Symptomen wachsen.

Ich habe also den Entschluss gefasst, zu kündigen, auf meinen inneren Impuls zu hören.  Meine Schmerzen waren schlagartig weg. Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Aber das habe ich nun schon einige Male erlebt. Sobald ich den inneren Konflikt dahinter gelöst hatte, hat sich eine fast sofortige Besserung meiner Beschwerden eingestellt. So von wegen:

Aufgabe erledigt, kann weiter gehen. 

Ich finde es deswegen unglaublich spannend, wie Körper und Seele zusammen spielen und sich gegenseitig unterstützen.

Die Angst mit meinem Chef zu sprechen und zu kündigen, war übrigens echt nicht witzig. Aber ich wusste, da muss ich jetzt durch. Ich finde es sehr spannend, dass die Angst unseren Verstand dazu anregt, sich das schlimmste auszumalen und uns so versucht, zurück zu halten. In meinem Kopf liefen die schlimmsten Szenarien ab. Eine Essenz davon war, dass ich garantiert verletzt werde, dass er ausrastet und mich klein macht. Unglaublich spannend. Das zeigt mir, dass da noch ein paar Baustellen offen sind und, dass ich da bei Gelegenheit mal genauer hinschauen kann, woher das eigentlich kommt.

Das Gespräch dauerte übrigens maximal 3 Minuten und es war von vollstem Verständnis und Wohlwollen für beide Seiten geprägt. Sehr interessant, liebe Angst, was du so draus gemacht hast!

Ich fühle mich nun bestärkter und wieder ein Stück weit verbundener mit mir selbst, weil ich merke, ich geh da meinen Weg und schau, wo es mich innerlich hinzieht und führt.

Mich interessiert, ob du schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht hast und was sich bei dir durch einen körperlichen Schmerz schon verändert hat?

Ich freue mich, von dir zu hören!

Alles Liebe,
Nadin

 

Mein innerer Kritiker

Hallo,

es kommt mir so vor: Je mehr ich versuche, produktiv zu sein und wirklich etwas wertvolles zu schreiben, desto weniger gelingt es mir.

Gerade habe ich so einen inneren Kritiker, auf meiner Schulter zu sitzen.

Alles, was ich über mich persönlich in die Tasten hauen möchte, wird von im kritisiert und nieder gemacht. Wenn ich darüber schreiben möchte, wie es mir damals mit meinem Job und meinem Studium erging, dann schreitet er ein und will das einfach so runterspielen. Er tut es als nicht wichtig ab und, dass das so ja keinen interessieren wird. Doch gleichzeitig merke ich, dass das aus mir heraus will und eigentlich sollte ich mir erst einmal anhören, was da überhaupt heraus möchte. Aber nein, das ist es jetzt nicht. Das soll jetzt so nicht sein. Dieser innere Kritiker möchte aber auch wieder einmal, dass es perfekt wird, dass es richtig, richtig top und wertvoll wird. Was bedeutet „perfekt“ denn überhaupt?! Dass dieser Druck zu groß ist und ich mir damit selbst im Weg stehe, will er nicht wahr haben.

Und dennoch sitze ich hier und schreibe, haue in die Tasten und versuche immer wieder ein neues Thema anzuschneiden. Doch wirklich bis zum Ende bringe ich es nicht. Dann hat er gesiegt.

Er hindert mich daran, einfach zu sein.

Genau jetzt und genau so, wie ich gerade bin.

Dieser innere Kritiker ist mir bereits bekannt. Wir kennen uns schon seit einer ganzen Weile. Er hilft mir auch, mich voran zu bringen, wenn mein Herz zu leise ist. Es gab eine Zeit, in der mein Herz leise sein musste und seitdem kennen wir uns.

Und da ist er schon wieder. Wenn ich diesen Artikel jetzt veröffentliche, dann sind alle meine anderen Artikel wertlos, möchte er mir gerade sagen. Vor allem der Artikel über Perfektionismus. Dieser wird dann Keinen mehr interessieren. Natürlich ist das vollkommen übertrieben, was er da von sich gibt. Doch dieser Kritiker meint es manchmal echt ernst. Ich habe dann perfekt zu sein und ich darf dann keine Ecken und Kanten haben. Wundervoll und einzigartig? Paaahhh… diese Worte gehören ins Gefängnis, sagt er dann. Ja, so ist er, der Mister Kritiker. Aber hey… genauso wie meine liebevolle und tiefsinnige Art, gehört auch der liebe Kritiker zu mir.

Er ist ein Teil von mir.

Auch, wenn er hin und wieder die Perfektion anstrebt und das dann echt anstrengend ist, gehört er dazu. Er glaubt halt manchmal noch, dass er alles regeln muss, dass ich perfekt sein müsste. Irgendwie möchte er mich nur beschützen, so wie damals eben. Da gab es keinen anderen Weg, da war mein Herz sehr leise. Und deswegen ist er so gut, in dem, was er macht. Letztendlich kann er das machen, denn es zählt, wie viel wert ich ihm gebe. 

Was nämlich viel wichtiger ist, ist das, was dahinter steckt.

Der innere Kritiker ist nämlich in erster Linie Teil meines Verstandes. Er wird dann lauter, wenn ich nicht mit meinem Herzen verbunden bin. Ziel gesetzt und auf biegen und brechen, hopp, hopp dahin!  Jetzt aber mal dalli mit dem Schreiben und es soll möglichst perfekt sein. Am Besten es gefällt allen und Jeden und geht schnell. Ohne wenig Tamm, Tamm. Und mein Herz? Der Wert? Das Gefühl? Die Verbindung und Berührung?? Das, was wirklich bewegt? Ja, das bleibt dabei auf der Strecke.

Aber ja, es ist eben so ein Prozess, ne?!

Mittlerweile merke ich, wenn sich mein innerer Kritiker in den Vordergrund spielt; wenn wieder einmal alles perfekt sein muss, wenn ein Satz nach dem Anderen auf gefühlt alle möglichen Fehler und Sichtweisen hin analysiert werden soll.

Ich bin dankbar dafür, dass ich diese Position einnehmen kann, dass ich mir anschauen kann, was da vor sich geht und ich bewusst entscheiden kann: Ey, nee, jetzt nicht. Jetzt lassen wir einfach mal alles so sein, wie es ist und wir gehen jetzt mal dort rein und schauen mal, was das liebe Herz dazu sagt. Denn unser Herz, das ist doch das, was uns so lebendig und freudig fühlen lässt. Das, was für jeden in eine andere Richtung schlägt.

Das, was uns fühlen und spüren lässt.

Danke du wundervolles Herz, dass du da in mir bist und für mich schlägst! Aber danke auch wundervoller Verstand, dass du alles, für mich regeln und planen willst! Zusammen seid ihr unschlagbar, zusammen sind wir ein wundervolles Team!

Es löst in mir Freudengefühle aus, wenn sich Kopf und Herz unterstützen. Mein Herz bestimmt die Richtung und mein Kopf hilft mir dabei, die Dinge umzusetzen. Ängste spielen da keine Rolle mehr. Doch mindestens genauso spannend finde ich, wenn das nicht so funktioniert. Wenn mein Kopf die Richtung bestimmen will und mein Herz irgendwo auf der Strecke bleibt. Das Resultat: Etwas, mit wenig Herz und ein Streben nach Perfektion. Und ich merke, wenn ich nach Perfektion strebe, dass mein Herz auf der Strecke bleibt. Auf einmal sind die Freudengefühle weg und es wirkt ein wenig trister.

Und gleichzeitig ist es ein Zeichen dafür, dass es einmal wieder an der Zeit ist, mein Herz zu mobilisieren, mir einmal mehr einen Moment zu nehmen, in dem ich nach Innen höre und schaue, wo es denn gerade hin möchte und was es mir sagen will.

Du bist gut so, wie du bist! Du bist einzigartig und wundervoll. Vertrau mir!

Und dann, dann kommt es wieder. Das Freundengefühl und ein Moment, in dem ich einfach nur sein und strahlen kann, genau so, wie ich bin!

Kennst du das, dieses Freudengefühl?

Lass mir gern einen Kommentar da. Ich freue mich, von dir zu hören.

Alles Liebe,
Nadin

Hinter dem WIR verstecken

Hallo,

ohne Scheiß ich habe heute den ganzen Tag versucht diesen Blogartikel zu schreiben und ich bin einfach nicht dazu gekommen, meine Gedanken ins Fließen zu bringen. Momentan bewegen mich eine Menge Themen und innerlich ist gefühlt zur Zeit so viel Bewegung in mir.

Einerseits ist es ein gutes Zeichen, andererseits ist es auch ein wenig anstrengend. Ich weiß nicht so recht, wo mir der Kopf steht. Heute möchte ich persönlicher schreiben. Ich möchte dich direkt ansprechen, aber nicht so, dass ich mit dir rede, sondern ich will dir einfach nur von mir erzählen und zwar, was momentan in mir vorgeht.

Ich habe diese schwache Seite…

Normalerweise mache ich mir ein zwei Tage vorher Gedanken, worüber ich schreiben möchte. Einen Tag vorher setze ich mich dann hin und verfasse den Artikel. Das lasse ich dann erst einmal sacken. Am nächsten Tag geht es dann an den Feinschliff: das Bild wird gesucht und die Tags werden gesetzt. Im Idealfall geht noch eine Mail mit dem derzeitigen Artikel und Neuigkeiten rau. Das war so meine Routine der letzten Wochen. Und das hat auch immer gut geklappt…

Aber in den letzten Tagen war mir nicht danach. Es kam mir nichts in den Sinn, worüber ich gern schreiben würde, was ich gern teilen würde.

Das Feedback auf meine Artikel ist zumeist positiv, was mich sehr freut. Vielen Dank dafür! Andererseits wurde ich schon häufiger auf meine Art hingewiesen. Und zwar, dass ich schreibe, als gäbe es nur den einen Weg, als wäre das, das einzige Richtige. Ich kann den Gedanken nachvollziehen, weil ich häufig in der Wir-Form schreibe und hin und wieder zu Verallgemeinerungen neige. Deswegen kann es absolut und groß wirken. Für Kritik bin ich generell sehr offen und ich kann es mittlerweile als ein Geschenk sehen. Deswegen nahm ich es auch dieses Mal dankend. Es regte mich zum Nachdenken an und ich fing an, meine Worte, die ich dort schrieb, noch einmal zu reflektieren.

So möchte ich gar nicht wirken.

Sie sind einfach so aus mir heraus geflossen. Es ist irgendwie meine Art… Und doch gleichzeitig war ich mir nicht bewusst, wie das nach außen hin wirkt. Deswegen finde ich es spannend, das zu erfahren und zu schauen, wie ich es denn gern haben würde.

Der entscheidende Hinweis kam in einem Telefongespräch, welches ich vor zwei Tagen hatte. Da schrieb ich eine Mail, in der ich über mich erzählte. Aufgrund meiner Art und Geschichte, in der ich direkt von mir schrieb, hatte sich dieses Gespräch erst ergeben. Das war ich. Ich, wie ich bin und was ich erlebt habe. Nichts mit Wir und so und so… wie ich es hier auf meinem Blog bisher tat. Zwei vollkommen unterschiedliche Arten und zwei sehr unterschiedliche Reaktionen. … und: Die aus der Mail gefiel mir um Einiges besser.

Am nächsten Tag schrieb ich an meinem Buch weiter und diesmal achtete ich auch da auf meine Wortwahl. Hier verwendete ich häufiger das Wort Ich und es hatte ebenfalls eine andere Wirkung.

Es wirkte viel authentischerer und näherer.

Doch warum neige ich dazu unbewusst das Wörtchen Wir zu verwenden?

Das habe ich natürlich, so wie ich bin,  gleich mal analysiert… Mir kamen dazu zwei Dinge in den Sinn. Die Erste: beim Schreiben, wenn ich das Wort Ich verwenden will, kommt mir folgender Satz in die Quere: „Es gibt so die Menschen, die immer nur von sich erzählen! Schrecklich!“ Das wirkt bei mir manchmal nach und verhindert mich in gewisser Weise, von mir zu sprechen, obwohl ja jeder von sich sprechen kann, wenn er das möchte und es auch eine Art Selbstbewusstsein ist, wenn man von sich spricht, finde ich…

Außerdem kam ich zu dem Punkt, dass ich das mache, um mich hinter dem Wir zu verstecken, um nicht allein mit meiner Meinung dazustehen. Das ist ein Verhalten, welches ich früher so, so stark gebraucht habe. Von dem ich mich mittlerweile schon immer mehr lösen kann, aber welches immer noch Teil von mir ist und mir da auch hin und wieder seine Dienste erweist. Doch mittlerweile merke ich, dass es mir mehr im Weg steht, als es mir etwas gibt!

Immer, wenn ich nicht zu mir und meiner Meinung stehe, halte ich mich irgendwo zurück und verstecke mich, stehe nicht zu mir.

Somit kann auch nicht die volle Reaktion zu mir zurück kommen. Einerseits gut, denn das ist eine Art Schutzmechanismus, aber das will ich gar nicht. Ich möchte die Reaktion zurück bekommen, wenn ich einfach ich bin.

Das Wir macht macht mich also stärker als das Ich! Aber das Wir wirkt auch weiter weg als das Ich.

Ich bin lieber ein Ich und kein Wir! 

Und zwar bin ich einfach Ich, nicht perfekt, mit Ecken und Kanten! Und ich darf mich zeigen, ich darf zu mir stehen und ich will mich zeigen und zu mir stehen! Deswegen auch endlich ein solcher Artikel, anders. Er kommt von mir und nicht von einem Wir, hinter dem ich mich versuche zu verstecken. 

Interessant, was dabei heraus kommt, wenn ich das wirken lasse, was gerade wirklich heraus will… meine schwache Seite. Jetzt fühlt es sich anders an. Es ist unsicherer, aber viel, viel näher.

Ich bin gespannt, wo sich das alles hier noch hin entwickelt.

Wie machst du das? Versteckst du dich auch lieber mal hinter dem Wir?

Lass mir gern deine Erfahrung da! Ich freue mich, von dir zu lesen!

Alles Liebe, Nadin

Be-wusst-sein: ein hilfreiches Tool

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Hallo.

Alltag. Autopilot. Machen. Ausführen. Läuft. Glücklich? Nö. Läuft halt. … Dazu kommt mir persönlich das Thema Bewusstsein in den Sinn. Und deswegen will ich meine Gedanken dazu hier mit dir teilen. Gleichzeitig hat es auch eine Menge mit meiner Seite und mir hier zu tun. Denn heute kommt es mir so vor, als wäre ich früher wirklich so autopilotisch (auch, wenn es das Wort nicht gibt, aber das trifft es gut) durchs Leben gewatschelt. Also gehts heute mal etwas philosophischer zu.

Sich über etwas bewusst sein, be-wusst und sein.

Da steckt einerseits das Wort Sein drinne. Sein an sich ist der Zustand, in dem wir uns gerade befinden. Wir sind einfach nur bzw. ist alles einfach. Wenn wir Nichts tun, dann sind wir auch und an sich ist das Leben einfach. Andererseits steckt in Be-wusst-sein noch das Wort be-wusst drin. Das macht es interessant, einfach nur zu sein, ohne sich dabei be-wusst zu sein, ist einfach nur sein. Demzufolge geht daraus auch nicht viel hervor, außer das Sein und das, was gerade ist. Was an sich zwar auch eine Menge ist, aber nicht in diesem Sinne, in dem ich es hier meine und worauf ich hinaus möchte.

Uiuiui, etwas verwirrend, aber spannend einmal so darüber zu schreiben. Ich mach mal weiter mit dem Be-wusst-sein. Bringen wir das Bewusste mit ins Spiel, bekommt das Ganze mehr Tiefe und einen Mehrwert, wie ich finde.

Denn das Be-wusste lässt uns das Sein, welches einfach nur ist, in gewisser Weise erfassen und registrieren.

Wenn wir in den Zustand des Seins kommen, wir uns zum Beispiel einfach nur hinsetzen und Nichts machen, dann passiert nicht viel auf den ersten Blick. Wir sitzen einfach nur da.. vielleicht schaltet sich der Verstand ein und sagt, ey, wie langweilig ist das denn… wie sinnlos. Jetzt sitz ich einfach nur da, das ist ätzend, das ist blöd, hier passiert nichts. Und es ist nicht üblich, dass unser Verstand uns anleitet, das zu unterbinden und die Situation zu verlassen. Verständlich, lieber Verstand.

Doch was ist das Be-wusst-sein?

Bringen wir in diesen Zustand des Seins das Be-wusste, so wird die Situation des einfach Nur-Dasitzens eine andere. Das Be-wusste bringt Aufmerksamkeit und Offenheit mit sich. Der Verstand wertet und will die Situation unter Kontrolle bringen und sie schnellstmöglich beenden, wenn es langweilig wird. Wir reagieren und fertig ists. Doch das Be-wusst-sein geht andere Wege, es wägt ab, es öffnet und lässt Freiraum; Freiraum für Neues, für neue Wege und Möglichkeiten.

Wenn wir be-wusst sitzen, sind wir bewusst. Wir sitzen mit Bewusstsein. In dieser Situation öffnen wir uns und nehmen wahr, was ist. Wir nehmen es be-wusst wahr und lassen das, was ist auf uns wirken. Wir lassen es erst einmal sein, aber mit be-wusstem Auge darauf.

Wir realisieren, dass das Sitzen mehr ist als der Verstand greifen kann.

Wir können wahrnehmen, dass die Gedanken des Verstandes nur Gedanken sind und, dass wir eine Wahl haben, ob wir darauf reagieren oder nicht. Das Be-wusst-sein schafft also Raum und Freiheit. Wir können realisieren, dass unsere Gedanken nur sind, wir aber nicht zwangsweise unsere Gedanken sind. Und, dass wir durch Be-wusst-sein einen Einfluss darauf haben.

Und was ist das Gegenstück?

Das Gegenstück zu Be-wusst ist Un-be-wusst. Wenn wir uns im Un-be-wussten Zustand befinden, dann realisieren wir nicht, dass wir sind, sondern wir sind einfach nur. Es passiert und wir reagieren. Ping – Pong. Ping – Pong. So, wie wir es immer schon getan haben. Das ist gut, denn so müssen wir auch weniger Energie aufwenden, um zu sein. Läuft.

Der Be-wusste Zustand hingegen erfordert mehr Energie, denn wir wachen auf und realisieren, was dort wirklich passiert. Indem wir das tun, haben wir einen Einfluss.

Wir haben die Macht darüber, was wir denken wollen und wie wir handeln wollen.

Be-wusst sind wie nicht länger Opfer unserer Gedanken und Handlungsweisen, sondern wir entscheiden be-wusst, was wir wollen und gut finden, und was nicht.

Was bedeutet dieses Be-wusst-sein nun für unseren Alltag?

Indem wir Be-wusst-sein in unser Leben bringen, können wir dieses auch aktiver gestalten und es unseren Bedürfnissen entsprechend anpassen. Wir sind nicht länger einfach nur, sondern wir übernehmen Verantwortung für uns selbst.

Gehen wir be-wusst mit uns selbst um, so können wir auch mehr Wohlbefinden in unser Leben bringen. Wir können nämlich be-wusst wahrnehmen, ob uns etwas schadet oder nicht.

Im Zustand des Be-wusst-seins stehen wir quasi ein wenig über uns und nehmen mehr eine beobachtende Rolle ein. Wir können uns selbst mit etwas Abstand betrachten. Das bietet uns auch Raum, um uns und unser Leben zu reflektieren, was uns wiederum mehr Raum und Möglichkeiten bietet.

Sind wir uns be-wusst darüber, was gerade ist, so fühlen wir uns auch selbst-be-wusster. Egal, was gerade ist, der Zustand des Be-wusst-seins kann zu einer Art Klarheit führen für das, was gerade ist.

Für unseren Alltag bedeutet es also, dass es sich durchaus lohnt, das Be-wusst-sein zu integrieren, sodass wir be-wusster und reflektierter durch unser Leben gehen können. Es bewahrt uns auch davor, nicht länger wie ein Spielball, der gegen die Wand hüpft, einfach nur zu reagieren, sondern viel mehr das Ganze zu durchdringen.

Das Be-wusst-sein ist also ein Tool, welches uns hilft mehr von dem, was uns gut tut in unser Leben zu bringen!

Ich hoffe, du konntest meinem Gedankenfluss folgen und meine Worte haben dich vielleicht ein wenig zum Nachdenken angeregt. Das, was ich hier schreibe ist allerdings auch nur meine Sicht der Dinge und stellen keine Verallgemeinerungen dar. Wenn ich schreibe, dann fließen diese Gedanken so aus mir heraus. Und diese teile ich hier mit dir. Deswegen auch immer hier die Anregung:

Wie siehst du das? Was genau bedeutet für dich Bewusstsein?

Lass mit gern einen Kommentar dazu da. Ich freue mich, von dir zu lesen!

Alles Liebe,
Nadin