Mich erkennen – (m)eine Geschichte

Hallo,

wenn ich zurück denke, dann gab es da Momente, in denen ich verzweifelt und traurig auf meinem Bett lag. Ich fühlte mich allein und irgendwie wusste ich Nichts so richtig mit mir anzufangen. Die Dinge, die mir früher mal Spaß gemacht hatten, die bedeuteten mir nicht mehr so viel und irgendwie war einfach alles mega unschön. Gefühlt waren meine Freunde draußen in der Welt, hatten Spaß, lachten und lebten. Aber ich fühlte mich nicht mehr dazugehörig, für mich interessierte sich Niemand mehr so richtig. Das sagten mir zumindest meine Gedanken. Wenn ich mit ihnen zusammen war, wollte ich irgendwie über die Dinge sprechen, die mich bewegten und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ich würde sie damit nur belasten… deswegen zog ich mich lieber zurück, um vielleicht auch selbst nicht darüber zu sprechen. Stattdessen versuchte ich mich selbst so gut es ging abzulenken, für die Arbeit oder Uni gab es eh immer etwas zu tun oder auch so, gibt es immer Aufgaben oder Beschäftigungen

… um in Wirklichkeit, nicht über mich selbst nachdenken zu müssen.

Ich, wie ich dort jetzt so betrachtet liege und mich so hundeelend fühle, ich würde mich heute erst einmal ganz lieb in den Arm nehmen und sagen, es ist okay, komm ich nehm dich an die Hand und wir gehen da gemeinsam raus, zurück ins Leben! Denn es fühlte sich damals so unglaublich scheiße an und das allein durchstehen?! Neeeee, niemals…

Und ja, genau so fühlte ich mich. Ich lag dort und fühlte mich einfach so allein, verlassen und traurig. Irgendwie wollte ich zwar, aber irgendwie konnte ich nicht…

… und schon gar nicht, wusste ich, wie genau ich irgendetwas verändern sollte.

Falls du dich in meinen Worten wiederfindest, dann fühl auch du dich lieb in den Arm genommen. Vielleicht kennst du auch einen Teil dieser Gefühle und Gedanken. Egal, wie du dich gerade fühlst, wie es dir geht, es ist okay und es gibt einen Weg da raus, rein ins Leben!

Also natürlich nur, wenn du willst, ne?!

Ich möchte folgende Gedanken gern mit dir teilen.

Es war einmal ein kleiner Funken Leben, irgendwo dort draußen im Universum.

Er schwirrte durch die Galaxien, huschte vorbei an Planeten und Sonnensystemen und genoss es, frei und lebendig zu sein. Eines Tages kam sein großer Tag: Es geht auf die Erde ins Leben, in einen Körper und dort wirst du weiterhin leben und lebendig sein können, wurde ihm gesagt. Der große Tag kam also, es war auch deiner, denn dieser Tag, war der Tag deiner Geburt:

Alles Gute zum Geburtstag!

Du erblicktest das Licht der Welt. In einem Raum voller Menschen, grellem Licht und Kälte… da lagst du so, schriest um dein Leben und befandest dich nun auf der Welt in deinem Körper. Noch warst du nicht so ganz da; denn deinen Körper zu spüren und dich selbst zu versorgen, das musstest du erst noch lernen. Die ersten Jahre warst du also auf dein Umfeld, auf deine Eltern angewiesen. Sie gaben dir Essen, Trinken, Liebe und legten dich Schlafen. Sie kümmerten sich um dich, wenn du geschrien hast. Das Schreien interpretierten sie auf ihre eigene Art: manchmal bekamst du Nahrung, manchmal eine Umarmung oder frische Windeln. Du wurdest umsorgt und gepflegt. So, wie es deine Eltern und das Umfeld eben deuten konnte, was du gerade brauchtest.

Deine Eltern waren auch nur Menschen, die auf die gleiche Art und Weise das Licht der Welt erblickt hatten. Auch sie wurden von ihren Eltern und ihrem Umfeld großgezogen, genährt und geliebt, so gut es eben ging. Und auch die Menschen in deinem Umfeld, die, denen du täglich auf der Straße begegnest, mit denen du zur Schule gegangen bist und alle deine Freunde und Bekannte; alle sie erblickten irgendwann einmal auf gleiche Art und Weise das Licht der Welt. Schon faszinierend. Findest du nicht auch? Und jeder dieser menschlichen Wesen, wurde in einen ganz eigenen Körper geboren. Jeder dieser Körper sieht anders aus. Und in jedem dieser Körper wohnt ein anderer Mensch!

Wir wurden also geboren…

…umsorgt, genährt und irgendwann konnten wir Laufen. Endlich konnten wir die Welt auf eigene Faust erkunden. Einen Schritt vor den Anderen stapften wir voller Eifer und Neugier von Tag zu Tag durch die Gegend und entdeckten neue Sachen: erstmal schauen, was hier überhaupt so los ist. Manchmal fielen wir hin, da konnten wir gleich die Chance nutzen, um zu schauen, was hier unten überhaupt los ist. Und wenn das gereicht hat, stellten wir uns wieder hin, und erkundeten die Welt weiter.

Wir machten es einfach…

So vergingen viele Jahre. Die Meisten von uns gingen in den Kindergarten, kamen in die Schule und trafen Freunde. Im Laufe des Lebens geht jeder seinen Weg weiter: für die Einen geht es in die Ausbildung, Andere studierten und wieder Andere bekamen vielleicht schon Kinder. … wie auch immer das Leben verlief, wo auch immer du lang liefst:

… weißt du, wer immer bei dir war?

An irgendeinem Punkt in unserem Leben werden wir klein gemacht, nicht böse gemeint oder beabsichtigt: Uns werden einfach Dinge von den Erwachsenen verboten, die wir nicht machen sollen; wir sollen leise sein, unsere Hausaufgaben machen, schneller laufen, das nicht in die Hand nehmen und so weiter… in der Schule dann vergleichen wir uns mit Anderen, der Eine ist besser, der Andere schlechter; einer hatte gute Noten in der Arbeit und wir vielleicht wieder nur die Schlechten.

Egal, wie es war: Diese Erfahrungen und Gedanken prägen unser Bild, welches wir selbst von uns haben.

Irgendwann fangen wir dann sogar selbst an, diese Gedanken zu uns zu sagen: Wir seien schlecht, müssen uns endlich mal mehr anstrengen, dick sehen wir wieder aus, wenn wir uns den Anderen anschauen. Viele, viele Sätze kreisen in unseren Köpfen herum und wirken sich auf unser Wohl aus. Werden es zu viele Unwahrheiten, die wir dort über uns glauben, dann fühlen wir uns immer kleiner und unvollkommener. Denn so, wie die Anderen sind, so sind wir nun einmal nicht. Und… so werden wir auch niemals sein. Doof gelaufen, wenn wir es aber doch gern sein wollen, weil wir ja sehen, dass die Anderen viel besser sind. Du beginnst, dich schwächer und allein zu fühlen.

Du merkst, dass du eben nicht so, wie die Anderen bist.

Egal, welche Erfahrung du gemacht hast, und egal, was du dort über dich für Gedanken glaubst und wie du dich fühlst: Jetzt gerade bist du hier! Du sitzt oder liegst dort, auf deinem Stuhl, auf deiner Couch, in der Bahn oder wo du dich auch gerade befindest. Hier, genau hier bist du, jetzt! Und weißt du was? Genau bis hier bist DU gekommen! Du bist hier her gegangen. Seitdem du geboren wurdest, bist du jeden Tag Schritt für Schritt durch dein Leben gestapft. Egal, was du getan hast, egal wie schnell oder langsam du dich dabei gefühlt hast.

Du hast stets einen Begleiter gehabt: Du warst niemals allein!

Jeden Morgen, wenn du die Augen aufgemacht hast, war er bei dir! Und jeden Abend, wenn du dich in dein Bett gelegt hast, ebenfalls. Als du geboren wurdest war er da und wenn du stirbst, wird er immernoch bei dir sein.

Dieser Begleiter, das bist DU!

Du gehst mit dir dein gesamtes Leben. Jeden einzelnen Tag, Schritt für Schritt. Seitdem du geboren wurdest, begleitest du dich jede einzelne Milisekunde; jeden Atemzug teilst du mit dir selbst. Seit deiner Geburt! Weißt du, was das bedeutet? Nein? Ich werde es dir sagen: Seit deiner Geburt hast du jede Entscheidung, alles, was passiert ist, selbst getroffen.

Das glaubst du nicht?

Wenn dir jemand etwas in den Mund gesteckt hast, hast du entschieden, dass du es isst, dass du es nicht einfach wieder ausspuckst! In jedem Moment, in dem du mit Anderen zusammen warst, warst du dennoch mit dir selbst zusammen. Du hast dich entschieden, mit diesen Menschen deine Zeit zu verbringen.

Du stehst jeden Morgen auf, um die Dinge zu tun, für die du dich entscheidest!

Jede einzelne Sekunde, auch genau jetzt in diesem Moment. Du entscheidest dich, diese Zeilen hier zu lesen. Warum? Weil es scheinbar genau das Richtige in diesem Moment für dich ist. … weil du gerade das machst, was in deiner Macht steht. Das, was du dich traust und das, was sich momentan für dich ergibt, mehr geht gerade nicht, mehr muss gerade nicht. Es ist okay, was gerade passiert! Es ist ok, was du machst! Es ist ok, was du gibst!

Und es ist ok, dass du nicht wie die Anderen bist! Das ist vollkommen ok! Das ist sogar richtig, richtig gut!

Und noch was… ja, ich sage es jetzt noch einmal: Seit deiner Geburt bist du bei dir, begleitest dich! Das bedeutet genau genommen: Dass du jeden Tag deines bisherigen Lebens 24h am Tag mit dir zusammen bist. Diese Tage zusammen gerechnet und mit der Zeit, die du mit Anderen verbringst, verglichen, waren das viele Jahre und Jahrzehnte, die DU mit DIR zusammen warst! Jeden einzelnen Tag. Kein Anderer dort draußen kann das von dir behaupten! Niemand dort draußen war das, Niemand dort draußen kennt dich so gut!

Niemand dort draußen hat all das erlebt, was du erlebt hast!

Und Niemand dort draußen ist immer noch bei dir, so wie du es tust!

Du bist bei dir, und das schon dein gesamtes Leben lang!

Niemand dort draußen kann sich mit dir messen, denn Niemand dort draußen bist DU!

Und du kannst dich auch nicht mit den Anderen messen, denn du bist nicht die Anderen! Du bist Du, vollkommen und einzigartig!

Jede Situation dort draußen passiert einfach nur, und du, weil du diese Schritte durch dein gesamtes Leben gemacht hast, siehst die Situation durch deine eigene Lebenbrille, deine Erfahrungen wirken dort rein. Vielleicht hast du gelernt, dass diese Farbe lila ist, ein anderer hat diese als pink kennengelernt und ein Künstler, der schon tausende Farben in seinem Leben gemischt hat, würde sie vielleicht als verschwommenes altrosa bezeichnen. Du siehst alles, was dort draußen in der Welt los ist, auf deine ganz eigene Art und Weise, aufgrund deiner ganz eigenen geballten Erfahrungspower.

Du hattest vielleicht Wegbegleiter und triffst Weggefährten, die einen Teil mit dir gemeinsam zurück legen, ihr habt ähnliche Interessen und doch seht ihr diesen Weg durch euren Erfahrungsschleier, weswegen jede einzelne Situation um so vielschichtiger wird. Weißt du worauf ich hinaus will?

Du bist einzigartig und wundervoll, so wie du bist! Und du kannst dich entscheiden, für alles, was du willst! In jedem Moment!

Hast du dich schonmal aus diesem Blickwinkel betrachtet?

Alles Liebe, Nadin

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2 Kommentare zu „Mich erkennen – (m)eine Geschichte

  1. Wow .. ein wunderschöner, ehrlicher und wahnsinnig tiefgründiger Artikel Nadin. Ich kann mich mit dir wahnsinnig gut identifizieren. Bei mir war zwar vieles auch ganz anders, aber dennoch teilen wir einen sehr ähnlichen Weg. Ich finde deinen Schreibstil unglaublich toll und freue mich schon mehr von dir zu lesen.
    Liebste Grüße, Andi

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    1. Hallo lieber Andi,

      vielen Dank für deine lieben Worte. Ich finde es spannend, dass du dich auch darin wiederfindest und schön, dass wir da auf einem ähnlichen Weg sind! Gemeinsam läuft sichs noch besser.

      Dankeschön für dein Lob zu meinem Schreibstil! Das bedeutet mir viel. 🙂

      Alles Liebe für dich, Nadin

      Gefällt mir

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